Börse Tokio
Märkte in Asien setzen auf Geldregen der EZB

Die anstehende Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) hat an den Aktienmärkten in Fernost für Kauflaune gesorgt. Meist legten die Kurse mehr als ein Prozent zu. Nur in Japan dominierten zuletzt Gewinnmitnahmen.
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TokioDer MSCI-Index für Aktien aus der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans legte um 1,4 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch zu. Händler hofften, dass die noch für diesen Mittwoch geplante Ausgabe der billigen Dreijahres-Kredite für Banken die Risikofreude anfeuern und zugleich die Märkte beruhigen werde.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent bei 9723 Zählern. Nachdem das Barometer im Handelsverlauf zunächst ein neues Sieben-Monats-Hoch erreicht und über die Marke von 9800 Zählern geklettert war, gab der Index erst kurz vor Börsenschluss die Gewinne wieder weitgehend ab. Der breiter gefasste Topix-Index schloss nach anfänglichen Gewinnen sogar 0,3 Prozent tiefer bei 835 Punkten. Während die Kurse in Taiwan, Südkorea, Singapur und Hongkong nach oben gingen, geriet die Börse in Shanghai unter Druck.

Der erwartete Geldsegen der EZB und unerwartet gute Daten zum Verbrauchervertrauen hatten zuvor bereits die US-Börsen angetrieben. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel erstmals seit Mai 2008 über 13.000 Zählern. Die Aussicht auf das Drei-Jahres-Leihgeschäft der EZB stützte auch den Euro. Die Gemeinschaftswährung notierte in Fernost zuletzt mit 1,3469 Dollar.

Das EZB-Vorhaben bietet dem krisengeplagten europäischen Bankensektor Gelegenheit, sich zum Niedrigzins massenweise mit Geld einzudecken. Experten gehen davon aus, dass die EZB etwa eine halbe Billion Euro austeilt. Die EZB will die Euro-Zone damit gegen eine Kreditklemme und das Ausufern der Schuldenkrise impfen. In Tokio zogen die Kurse von Banktiteln zunächst an. Allerdings gaben Mitsuibishi UFJ Financial, Sumitomo Mitsui Financial und Mizuho Financial vor Handelsschluss ihre Gewinne wieder ab.

Auf den Kaufzetteln standen Panasonic-Aktien, die mit einem Plus von knapp 1,5 Prozent aus dem Handel gingen. Der japanische Elektronikkonzern hatte den Chef der verlustreichen TV-Sparte zum Präsidenten ernannt und zugesichert, das Fernseh-Geschäft in den nächsten zwei Jahren auf Kurs zu bringen. Der Chipsektor profitierte von einer Hochstufung der Branche durch Daiwa Securities Capital Markets, nachdem die Branche am Dienstag durch den Antrag von Elpida auf Gläubigerschutz Boden verloren hatte. Nachdem die Aktie des letzten verbliebenen Speicherchip-Herstellers in Japan am Dienstag vom Handel ausgesetzt worden war, brach sie am Mittwoch um mehr als 97 Prozent ein.

Der japanische Aktienmarkt ist am Mittwoch den positiven Vorgaben der Wall Street gefolgt und hat Gewinne verzeichnet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte im frühen Handel 1,5 Prozent auf 9863 Punkte zu und lag auch eine Stunde vor Schluss noch ein Prozent im Plus. Doch dann folgten Gewinnmitnahmen. Kurz vor Schluss lag der Index auf Vortagesniveau. Der breiter gefasste Topix-Index gewann anfangs 1,1 Prozent auf 847 Punkte.

Unerwartet gute Daten zum Verbrauchervertrauen hatten zuvor die US-Börsen angetrieben. Der Dow beendete den Handel erstmals seit Mai 2008 über 13.000 Zählern.

Kurz vor einer weiteren Geldspritze der Europäischen Zentralbank waren in Tokio vor allem Bankenwerte gefragt. Mitsuibishi UFJ Financial, Sumitomo Mitsui Financial und Mizuho Financial legten zu.

Auf den Kaufzetteln stand auch Panasonic -Aktien mit einem Plus von 3,6 Prozent. Der japanische Elektronikkonzern hatte den Chef der verlustreichen TV-Sparte zum Präsidenten ernannt und zugesichert, das Fernseh-Geschäft in den nächsten zwei Jahren auf Kurs zu bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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