Börse Tokio
Mitnahmen belasten Japans Aktienmarkt

Die Wall Street hat Gewinne vorgegeben, aber die Asiaten lassen sich von positiven Daten aus den USA nicht beeinflussen. Sie schauen besorgt auf den erneut gestiegenen Yen.
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TokioGewinnmitnahmen haben die Tokioter Börse am Dienstag ins Minus gedrückt. Ein Anstieg des Yen habe die Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen veranlasst, vor allem bei Exportwerten Kasse zu machen, sagten Händler. Schnäppchenjäger grenzten die Verluste aber ein. Experten befürchteten keinen größeren Ausverkauf. Die 10.000-Punkte-Marke werde wohl nicht unterschritten.

Gerade heimische Anleger seien zum Start des neuen Geschäftsjahres in Japan an Aktien interessiert, hieß es unter Marktteilnehmern. Vor allem Pensionsfonds und Versicherer dürften zum Kauf bereitstehen, sagte Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities. Yutaka Miura von Mizuho Securities sagte: "Wenn die Aktien in New York nicht fallen, wird die Korrektur wohl nur heute und morgen anhalten."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index, der in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen war, notierte zum Handelsschluss 0,6 Prozent tiefer bei 10.050 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 0,6 Prozent auf 851 Zähler. Zu den größten Verlierern in Tokio gehörten Export- und Finanzwerte. Die Aktien des Autobauers Suzuki fielen um 0,8 Prozent. Der Kurs des Elektronikriesen Sony sank um 0,6 Prozent. Die Papiere der Großbanken Mitsubishi UFJ und Mizuho Financial verloren bis zu drei Prozent.

Abwärts ging es auch für den Börsenindex in Taiwan, die Börse in Singapur notierte kaum verändert. Gewinne verzeichneten dagegen die Börsen in Südkorea und Hongkong.

Eine unerwartet positive Diagnose für die US-Industrie hatte der Wall Street am Montag einen positiven Start ins zweite Vierteljahr beschert. Einer Umfrage unter Einkaufsmanagern zufolge legen die Geschäfte der Konzerne derzeit unerwartet deutlich zu. Der Dow Jones schloss 0,4 Prozent höher auf 13.264 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,7 Prozent auf 1418 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq legte 0,9 Prozent auf 3119 Punkte zu.

Der Euro notierte in Fernost wenig verändert. Der Kurs lag bei 1,3331 Dollar nach 1,3323 Dollar im späten US-Handel. Händlern zufolge lasteten aber weiterhin enttäuschende Konjunkturdaten aus der Euro-Zone auf der Gemeinschaftswährung, die sie schon am Montag unter Druck gebracht hatten. Der Dollar notierte zum Yen bei 81,96 Yen, nachdem die japanische Währung auf der EBS-Handelsplattform im frühen Handel mit 81,55 Yen auf ein Dreiwochentief gefallen war.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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