Börse Tokio: Nikkei auf höchstem Stand seit vier Jahren

Börse Tokio
Nikkei auf höchstem Stand seit vier Jahren

Die Abwertungspolitik Japans wirkt. Das zeigen neue Handelsdaten. Der Aktienmarkt verzeichnet daher die höchsten Kurse seit 52 Monaten. Anleger warnen jedoch, dass die Kursgewinne von kurzer Dauer sein könnten.
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TokioAufgehellte Wirtschaftsaussichten haben am Mittwoch für gute Stimmung an den Börsen in Fernost gesorgt und asiatische Aktien auf den höchsten Stand seit August 2011 klettern lassen. Der MSCI-Index für asiatische Börsen außerhalb Japans legte um 0,86 Prozent zu und stieg damit den dritten Tag in Folge.

Anleger griffen vor allem bei Technologiewerten zu. Auch die Börse in Tokio folgte der Wall Street ins Plus und verzeichnete dabei die höchsten Kurse seit 52 Monaten. Für Unterstützung an den Märkten sorgten die optimistischen Konjunkturerwartungen für Deutschland. Laut des Mannheimer Zentrums für Wirtschaftsforschung (ZEW) waren Anleger und Analysten im Februar so zuversichtlich gestimmt wie seit April 2010 nicht mehr.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,84 Prozent im Plus bei 11.468 Punkten. Mit Spannung warteten die Investoren auf eine Antwort auf die Frage, wer der neue japanische Notenbankchef wird. Auch am Mittwoch wollte Ministerpräsident Shinzo Abe sich bei einer Rede vor dem Parlament nicht zu Kandidaten äußern.

Allerdings sicherte Abe zu, ein "Vakuum" an der Spitze der Zentralbank vermeiden zu wollen. Nach der Rückkehr seiner bis 24. Februar dauernden USA-Visite werde er Kandidaten prüfen. Die Verschiebung der Nominierung um eine Woche hatte Spekulationen über Spannungen innerhalb der Regierung ausgelöst. Die Bank of Japan soll den Plänen von Abe zufolge der Wirtschaft mit einer aggressiven Geldpolitik auf die Sprünge helfen.

Der unerwartet starke ZEW-Index gab auch dem Euro im fernöstlichen Handel Auftrieb. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,3422 Dollar nach einem New Yorker Schlusskurs von 1,3388 Dollar. Der Yen legte gegenüber dem Dollar ebenfalls etwas zu auf Kurse von 93,40 Yen. Anleger begründeten dies mit der Unsicherheit über den künftigen geldpolitischen Kurs unter einem neuen Notenbankchef.

In Tokio zählten zu den Gewinnern die Aktien von Toyota mit einem Plus von 1,7 Prozent. Der Autohersteller will einem "Nikkei"-Bericht zufolge wegen der unerwartet starken heimischen Nachfrage die dortige Produktion im April um rund zehn Prozent hochfahren. Zudem schlage sich der schwächere Yen positiv in der Bilanz nieder.

Dagegen büßten die Papiere des Schwergewichts Japan Tobacco ein Prozent ein. Grund war ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, die Regierung wolle schon bald mit dem Verkauf staatlicher Anteile beginnen.

Ein unerwartet starker Anstieg der Energieimporte hat das Außenhandels-Defizit Japans auf einen Rekordwert getrieben. Das Minus belief sich im Januar amtlichen Angaben vom Mittwoch zufolge auf 1,6 Billionen Yen (knapp 13 Milliarden Euro). Während die Importe insgesamt überraschend kräftig um 7,3 Prozent zulegten, belief sich der Anstieg der Exporte gegenüber dem Vorjahr auf 6,4 Prozent.

Volkswirten zufolge sind die Handelsdaten ein neuer Beleg für die Gefahren, die von den wirtschaftlichen Plänen der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe ausgehen können, die eine weitere Schwächung des Yen zur Folge haben können. Dies könnte zwar die Exporte ankurbeln, würde aber gleichzeitig die Importe weiter verteuern.

Die anhaltende Fusionswelle in den USA hat die Wall Street angetrieben. Nach einer dreitägigen Pause wegen des Presidents Day am Montag nahmen die Anleger in den USA die Geschäfte recht gut gelaunt wieder auf. Im Fokus stand eine mögliche Großfusion zweier Büroartikel-Händler.

Der Branchenzweite Office Depot verhandelt nach Reuters-Informationen über einen Zusammenschluss mit dem kleineren Rivalen OfficeMax. "Das muss Investoren anspornen", sagte Anlageberater Mike Gibbs von Raymond James. "Die Aufschläge, die bei Übernahmen derzeit gezahlt werden, zeigen, wie viel Potenzial derzeit noch im Markt steckt." Daneben sorgten auch die optimistischen Konjunkturerwartungen für Deutschland für Unterstützung am Markt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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