Börse Tokio : Nikkei auf Rekordjagd

Börse Tokio
Nikkei auf Rekordjagd

Der Nikkei knackte im Freitagshandel kurz die wichtige 20.000-Punkte-Marke, das erste Mal seit 15 Jahren. Japanische Aktien sind für Anleger attraktiver denn je. Experten rechnen damit, dass die Rally weitergeht.
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TokioDie asiatischen Börsen haben am Freitag ihren Aufwärtstrend weitgehend fortgesetzt. In Tokio übersprang der Leitindex Nikkei im Handelsverlauf erstmals seit 15 Jahren die 20.000-Punkte. Sie erwiesen sich dann aber als vorerst zu harte Widerstandslinie, die den Nikkei abprallen ließ. Der 225 Werte umfassende Index schloss schließlich 0,15 Prozent im Minus bei 19.907 Punkten.

Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,3 Prozent auf 1589 Zähler. Analysten zufolge entschlossen sich viele Anleger nach dem Anstieg zu Gewinnmitnahmen. So gaben die Toyota-Aktien 0,5 Prozent nach. Die meisten anderen Fernost-Börsen lagen aber im Plus: Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 0,4 Prozent zu.

Experten gehen allerdings davon aus, dass der kleine Rücksetzer nur vorübergehend war, und die Rally weitergeht. „Wenn wir jetzt zurückblicken, sind die 20.000 Punkte nur ein Halt auf dem Weg“, sagt Juichi Wako, Senior Stratege bei Nomura Holdings. „Es würde mich nicht überraschen, wenn Unternehmensgewinne höher als erwartet ausfallen und den Nikkei bis zur Marke von 21.000 oder gar 22.000 Punkten heben.“ Erst dann müsse man fürchten, dass Titel zu teuer würden.

Der andauernde Anstieg der Börsenkurse in Tokio ist nicht nur auf die gewaltige Geldschwemme der Notenbanken wie der Bank von Japan oder der Europäischen Zentralbank zurückzuführen. Für ausländische Investoren und institutionelle Anleger sind japanische Bluechips inzwischen auch deswegen zu attraktiven Anlagen mit langfristigen Renditeaussichten geworden, weil sie sich in den vergangenen Jahren sehr stark umstrukturiert haben und heute viel größeren Wert auf höhere Renditen und Ausschüttungen an die Kapitalgeber legen.

So haben japanische Unternehmen im Geschäftsjahr 2014/2015, das am 31. März ablief, Schätzungen zufolge so viele Aktien zurückgekauft wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dadurch steigt in der Regel der Wert der Aktien. Auch Dividendenausschüttungen haben stark zugenommen. Eine Entwicklung, die Ministerpräsident Shinzo Abe mit Reformen als Teil seiner „Abenomics“ genannten Wirtschaftspolitik gezielt befeuert.

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