Börse Tokio
Nikkei bremst Talfahrt

Die Kurse am japanischen Aktienmarkt fallen weiter - allerdings in deutlich geringerem Tempo. Angesichts der extrem schwachen Vorgaben aus den USA hielt sich die Börse Tokio mit einem Minus von 0,7 Prozent am Dienstag stabil. Experten sehen den Nikkei inzwischen auf einem Niveau, das Käufer anlockt. Für Finanzwerte gilt das allerdings noch nicht.

HB TOKIO. Nach den heftigen Verlusten zu Wochenbeginn hat sich das Geschehen an der japanischen Börse am Dienstag beruhigt. Der Tokioter Leitindex Nikkei gab zwar weiter nach, mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 7 230 Punkte fiel das Minus angesichts der extrem schwachen Vorgaben aber sehr moderat aus. Der breitere Topix-Index verlor ein Prozent auf 727 Punkte.

Die 7000er-Marke für den Nikkei und 700 für den Topix sind Niveaus, auf denen Investoren allmählich zu der Überzeugung kommen, dass Aktien unterbewertet sind - insbesondere dann, wenn man sich die mittel- bis langfristige Profitabilität der Unternehmen anschaut", sagte Junichi Misawa, Fonds-Manager bei STB Asset Management. Stabilisierend habe zudem gewirkt, dass sich der Dollar im Vergleich zum Yen trotz des Einbruchs an der Wall Street nicht wieder abgeschwächt habe.

Die US-Börsen hatten nach der Rekord-Verlustmeldung von AIG am Montag mit massiven Verlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index war erstmals seit 1997 unter 7 000 Punkte gefallen und den Handel 4,2 Prozent schwächer bei 6763 Punkten beendet. Der S&P 500 hatte 4,6 Prozent auf 700 Punkte eingebüßt, der Nasdaq-100 war um 3,6 Prozent auf 1 076 Punkte abgestürzt.

Der Versicherungsriese AIG hatte mit einem Quartalsverlust von 62 Mrd. Dollar das schlechteste Dreimonatsergebnis eines US-Konzerns aller Zeiten vorgelegt. Um einen Kollaps des Unternehmens zu verhindern, muss ihn der US-Staat mit weiteren 30 Mrd. Dollar stützen.

Die Turbulenzen um AIG sowie die britische Großbank HSBC, die ebenfalls frisches Kapital braucht, wirkten im Tokioter Börsenhandel bei den Finanzwerten nach. Der zwischenzeitliche Sturz auf ein Tagestief bei 7 088 Punkten lag im Wesentlichen an der Schwäche von Bankaktien. Kurz vor Handelsschluss lagen die Aktien der Großbanken Sumitomo Mitsui ein Prozent im Minus, Titel von Mitsubishi UFJ verloren 1,6 Prozent und die von Mizuho 2,2 Prozent. Deutliche Gewinne verzeichneten dagegen die Papiere der Investmentbank Nomura, die knapp vier Prozent zulegten.

Hohe Verluste erlitten wie schon in den Vortagen die Aktien von Unternehmen der Ölindustrie. Die Titel des größten japanischen Ölförderers Inpex sackten ebenso wie des Konkurrenten Nippon Oil um mehr als fünf Prozent ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%