Börse Tokio
Nikkei bricht ein

Der starke Yen und die Sorge um eine straffere Politik der US-Notenbank Fed haben zu deutlichen Kursverlusten an Asiens Börsen geführt. Die größten Einbußen verzeichneten die Immobilienunternehmen.
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TokioDie Furcht vor einer baldigen Straffung der US-Geldpolitik hat am Donnerstag zu einem erneuten Kursrutsch an der japanischen Börse geführt. Der Leitindex Nikkei fiel um mehr als fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Auch ein Anstieg der Landeswährung Yen drückte auf die Stimmung. Investoren trennten sich etwa von Exportunternehmen wie Panasonic oder Suzuki.

Die größten Kursverluste gab es bei Immobilienunternehmen, weil Anleger nach der Rallye der vergangenen Monate Gewinne mitnahmen. Auch andere asiatische Börsen gingen mit Verlusten aus dem Handel. Sie fielen aber bei weitem nicht so deutlich wie in Tokio aus, wo der Nikkei erst vor einer Woche um mehr als sieben Prozent eingebrochen war.

Die große Sorge unter Investoren sei, dass die US-Notenbank ihre bislang sehr lockere Geldpolitik beenden könnte, sagte ein Manager eines amerikanischen Hedgefonds. Der steigende Yen habe den Ausverkauf beschleunigt, aber eine nicht so große Rolle gespielt. Das billige Notenbank-Geld aus den USA, Europa und Japan hatte die Börsen weltweit in den vergangenen Monaten befeuert.

Der Nikkei fiel um 5,15 Prozent auf 13.589 Punkte. Vor dem Ausverkauf war er in der vergangenen Woche noch auf den höchsten Stand seit fünfeinhalb Jahren gestiegen. Inzwischen notiert der Index 14,8 Prozent unter dieser Marke. Am Donnerstag vor einer Woche fiel der Nikkei bereits so stark wie seit der Tsunami-Katastrophe vor zwei Jahren nicht mehr. Allerdings war dem Absturz eine monatelange Rallye vorausgegangen, weil die japanische Notenbank mit einer ultralockeren Geldpolitik gegen die Deflation kämpft, die die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt seit Jahren belastet.

Die Kursverluste an anderen asiatischen Börsen hielten sich am Donnerstag in Grenzen: Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik unter Ausschluss von Japan sank um 0,5 Prozent. Der japanische Währung legte zu: Ein Dollar kostete 100,58 Yen, nach 101,12 Yen am Mittwochabend in New York.

Deswegen gerieten in Tokio international aufgestellte Konzerne unter Druck. Ein stärkerer Yen verteuert ihre Produkte im Ausland. Aktien des Elektronikriesen Panasonic fielen um 4,1 Prozent. Beim Rivalen Sony betrug der Rückgang 2,9 Prozent und beim Autohersteller Suzuki Motor vier Prozent.

Noch deutlichere Kursverluste gab es bei Immobilienaktien. Der entsprechende Index gab um 5,6 Prozent nach. Bei Mitsubishi Estate betrug das Minus fünf Prozent und beim Konkurrenten Mitsui Fudosan sogar 5,5 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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