Börse Tokio
Nikkei bricht mehr als zwei Prozent ein

Die Kurseinbrüche an der US-Technologiebörse Nasdaq finden an der Börse in Tokio einen Nachhall. Die japanischen Investoren sind zudem über schlechte Nachrichten aus der Unternehmenswelt verstimmt.
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TokioDie Aktienmärkte in Fernost sind zum Wochenschluss massiv in den Sog der jüngsten Wall-Street-Verluste geraten. Mit einem Abschlag von 3,1 Prozent hatte die New Yorker Technologiebörse Nasdaq ihren höchsten prozentualen Rückgang an einem Tag seit November 2011 verbucht. Der Trend schwappte am Freitag in großem Stil nach Asien über. Dort breitete er sich auch über den Technologie-Sektor hinaus auf verschiedenste Titel aus. In Tokio sank der Nikkei auf den tiefsten Wert seit sechs Monaten.

Der Tokioter Leitindex mit seinen 225 führenden Werten schloss 2,4 Prozent im Minus bei 13.960 Punkten. Auch an anderen Aktienmärkten in Fernost lief es nicht rund: Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans büßte 0,8 Prozent ein.

Die Stimmung sei ohnehin schon schlecht gewesen, sagte ein Händler. Bereits am Vortag trat der Nikkei auf der Stelle. "Und dann hatten wir noch den drastischen Rückgang der Nasdaq." Den negativen Blick auf Technologie-Aktien bekam das Nikkei-Schwergewicht Softbank besonders stark zu spüren. Die Aktien gingen 3,8 Prozent leichter aus dem Handel.

Auch die Stärke des Yen wirkte sich negativ auf das Börsengeschäft aus, weil Exporttitel in Ungnade der Anleger fielen. So wurden Panasonic -Titel zum Schluss 1,6 Prozent billiger gehandelt. Der Autohersteller Mazda musste einen Abschlag von 1,8 Prozent hinnehmen.

Der zuletzt wegen seiner Rückruf-Aktionen in die Kritik geratene Rivale Toyota schlug sich nach den schweren Verlusten der vergangenen Tage mit einem Minus von 0,1 Prozent dagegen vergleichsweise gut. In der Aufmerksamkeit der Anleger wurde Toyota am Freitag abgelöst vom Bekleidungshändler Fast Retailing, der fast acht Prozent an Börsenwert verlor. Das Unternehmen senkte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr, nachdem der Umsatz in einer wichtigen Filialkette in Japan hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Auch die in diesem Monat in Kraft tretende Umsatzsteuererhöhung machte die Fast-Retailing-Investoren nervös.

In China sind die Verbraucherpreise im März um 2,4 Prozent gestiegen. Das teilte die Statistikbehörde am Freitag mit. Ökonomen hatten die Inflation mit 2,5 Prozent erwartet. Die Erzeugerpreise gingen dagegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent zurück.

Regierungschef Li Keqiang hat ausländischen Unternehmen in China gleichberechtigte Behandlung und fairen Wettbewerb zugesichert. In einem Treffen mit internationalen und chinesischen Wirtschaftsführern auf dem Boao Forum auf der südchinesischen Insel Hainan bekräftigte Li Keqiang nach offiziellen Angaben vom Freitag, dass alle in China registrierten ausländischen Unternehmen mit chinesischen Firmen gleichgestellt seien - egal, ob sie voll in ausländischem Besitz oder ein Gemeinschaftsunternehmen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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