Börse Tokio
Nikkei dreht ins Minus

Die guten US-Wirtschaftsdaten und ein schwächerer Yen hatte den Börsenkursen zunächst Auftrieb gegeben. Viele Anleger nahmen aber Gewinne mit, so dass zum Handelsschluss sich das Bild drehte.
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TokioDie Tokioter Börse hat am Donnerstag mit Abschlägen geschlossen. Nach Gewinnmitnahmen drehte der Nikkei der 225 führenden Werte kurz vor Handelsschluss ins Minus und schloss 0,2 Prozent niedriger bei 15.620 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er mit 15.759 Punkten den höchsten Wert seit Januar erreicht. Der breiter gefasste Topix büßte 0,2 Prozent ein und schloss bei 1289 Zählern.

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von Nintendo mit einem Abschlag von mehr als sechs Prozent. Der Spielekonsolen-Hersteller enttäuschte die Anleger mit einem unerwartet hohen Betriebsverlust. Sony -Aktien schlossen ein Prozent niedriger. Nach Börsenschluss präsentierte der Konzern einen Gewinnsprung im ersten Quartal von April und Juni. Das operative Ergebnis habe sich unter anderem dank der Spiele-Sparte auf knapp 70 Milliarden Yen verdoppelt.

Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans lag 0,4 Prozent im Minus. Auch die Börse von Hongkong gab nach. Der Hang-Seng-Index verlor 0,2 Prozent.

Die Wall Street war am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Die Anleger hatten mit wichtigen Konjunkturdaten und dem Zinsentscheid der US-Notenbank eine Fülle von Informationen zu verdauen, was die Börsenbarometer zwischen Gewinnen und Verlusten schwanken ließ.

Der Euro notierte im fernöstlichen Handel zum Dollar unverändert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,3396 Dollar. Die US-Währung wurde mit 102,75 Yen notiert. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9084 Franken je Dollar und bei etwa 1,2171 Franken je Euro.

Die US-Notenbank Fed sprach am Mittwoch in ihrem Zinsentscheid von einer „grundlegenden Stärke“ der Wirtschaft, die zur weiteren Senkung der Arbeitslosenquote führen dürfte. Ihr Ziel sieht sie nun bald erreicht: Sowohl die Arbeitslosenquote (derzeit 6,1 Prozent) als auch die Inflationsrate steuern auf den Zielwert der Fed zu. Doch wann sie mit höheren Zinsen darauf reagieren wird, ließ sie offen.

Wegen der verbesserten Wirtschaftslage setzt die Fed ihre Anfang des Jahres begonnene Abschmelzung der Konjunkturhilfen unverändert fort. Der Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren wird bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr um 10 Milliarden Dollar (7,5 Mrd Euro) pro Monat zurückgefahren. Damit sinken die Ankäufe von ursprünglich 85 auf künftig 25 Milliarden Dollar monatlich.

Hält die Fed am bisherigen Tempo bei dem sogenannten Tapering (Verringerung) fest, wird die Konjunkturmaßnahme im Oktober beendet sein. Eine „erhebliche“ Zeit danach könnte auch der Leitzins angehoben werden, heißt es in der Mitteilung. Er liegt seit Ende 2008 auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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