Börse Tokio
Nikkei durchbricht die 10.000-Punkte-Marke

In Tokio setzt sich die gute Stimmung fort. Der japanische Leitindex steigt erneut um mehr als ein Prozent. Die Akteure freuen sich auf die nächste Öffnung der Geldschleusen.
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TokioDer japanische Aktienmarkt hat am Mittwoch deutliche Gewinne verzeichnet. Händler verwiesen auf die erwartete zusätzliche Lockerung der Geldpolitik durch die Notenbank und die jüngste Annäherung im US-Haushaltsstreit. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte erstmals seit acht Monaten über die Schwelle von 10.000 Punkten und tendierte im frühen Nachmittagshandel 1,6 Prozent fester bei 10.082 Stellen. In der Spitze erreichte der Index sogar 10.101 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,2 Prozent auf 835 Zähler.

Nach dem Wahlsieg der auf eine aggressive Geldpolitik dringenden Konservativen werden die Geldschleusen in Japan wahrscheinlich am Donnerstag weiter geöffnet, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hatte. Zudem erwäge die Notenbank, spätestens im Januar ein Inflationsziel von zwei Prozent festzusetzen - so wie es dem angehenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe vorschwebt.

Beflügelt wurden diese Spekulationen durch die japanischen Exporte. Diese sind im November den sechsten Monat in Folge gesunken. Das Minus belief sich im Vergleich zum Vorjahr auf 4,1 Prozent, wie das japanischen Finanzministerium am Mittwoch mitteilte.

Analysten hatten mit einem noch größeren Rückgang von 5,4 Prozent gerechnet. Im Oktober waren die Exporte um 6,5 Prozent geschrumpft. Die schwachen Handelsdaten dürften den Druck auf die japanische Notenbank erhöhen, den Geldhahn noch weiter aufzudrehen.

Zu den Kursgewinnern gehörten erneut die exportorientierten Autokonzerne. So legten die Anteilsscheine von Toyota um 3,2 Prozent zu, die Papiere von Nissan Motor gewannen 4,2 Prozent an Wert. Beim Kamera- und Bürogerätehersteller Canon konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 4,9 Prozent freuen.

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für China leicht angehoben. Demnach wird die Wirtschaft in der Volksrepublik im nächsten Jahr um 8,4 Prozent zulegen, wie die Organisation am Mittwoch in Singapur erklärte. Im Oktober hatte die Weltbank noch ein Plus von 8,1 Prozent erwartet.

Als Gründe für die besseren Aussichten führte die Weltbank eine expansive Fiskalpolitik sowie eine raschere Umsetzung größerer Investitionsprojekte an. 2014 dürfte sich das Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land dann auf etwa acht Prozent verringern.

Der Euro hat am Mittwoch im asiatischen Handel zum Dollar leicht zulegen können. Die europäische Einheitswährung kostete 1,3249 Dollar nach 1,3221 Dollar im späten US-Handel am Dienstag. Im Vergleich zur japanischen Währung kostete der Dollar 84,28 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9114 Franken je Dollar und bei etwa 1,2076 Franken je Euro.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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