Börse Tokio
Nikkei erholt sich leicht

Die Börse in Tokio hat einen Teil der Verluste vom Vortag aufgeholt. Das Augenmerk liegt aber weiter auf der nächsten Fed-Entscheidung. Die wichtigsten Anleger betrachteten den Markt eher, als aktiv zu werden.
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TokioDie Aussicht auf einen wohl doch nicht kurz bevorstehenden Militärschlag westlicher Länder in Syrien hat an den asiatischen Aktienmärkten und am Ölmarkt zu einer Entspannung geführt. Allerdings seien die Händler weiter vorsichtig, sagte Shun Mayurama, Aktienstratege bei BNP Paribas: "Investoren werden mit dem Aufbau großer Positionen so lange zögern, bis die globalen Unsicherheiten abnehmen." Bei der Bank hieß es zudem, ein eher begrenztes Vorgehen der Nato sei derzeit das wahrscheinlichste Szenario für einen Militärschlag gegen Syrien.

In Tokio schloss der Leitindex Nikkei mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 13.459 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,2 Prozent auf 1116 Zähler. Auch an den Märkten in Hongkong, Südkorea und Taiwan ging es bergauf.

Zu Syrien hatten sich von Mittwoch auf Donnerstag die Anzeichen verdichtet, dass ein möglicher Militärschlag doch noch nicht unmittelbar bevor steht. US-Präsident Barack Obama erklärte, zwar habe das Militär ihm Optionen für einen Einsatz vorgelegt. Er habe jedoch noch keine Entscheidung getroffen. Großbritanniens Premierminister David Cameron beugte sich dem Druck des Parlaments und sicherte diesem eine zweite Abstimmung zu, wenn die UN-Experten ihre Ermittlungen zum mutmaßlichen Chemiewaffen-Angriff bei Damaskus abgeschlossen haben. Dies wird für Anfang der kommenden Woche erwartet.

Neben Syrien warten Anleger aber auch auf andere Weichenstellungen, die demnächst anstünden, sagte Stefan Worrall von Credit Suisse in Tokio. So wird erwartet, dass der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe beim G20-Gipfel in Russland einen Konjunkturplan vorlegt. Am 7. September wird bekannt, ob sich Tokio bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele gegen Madrid und Istanbul durchgesetzt hat. Zudem sorgt die Frage, wann die US-Notenbank mit dem Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik beginnt, bei Anlegern seit Wochen für Unsicherheit.

Öl wurde am Donnerstag wieder etwas billiger, nachdem es zuletzt so viel gekostet hatte wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Mit rund 116 Dollar pro Fass (159 Liter) lag der Preis für Nordsee-Öl der Marke Brent um rund einem Dollar unter dem des Vortages. Die Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen im Anschluss an einen westlichen Militärschlag und eine damit einhergehende Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten hatten den Preis für den Rohstoff am Mittwoch um 2,6 Prozent hochschnellen lassen. Aus der Region kommt rund ein Drittel des weltweiten Öls.

Der Euro gab in Asien nach. Die Gemeinschaftswährung verlor auf 1,3311 Dollar nach 1,3339 Dollar im späten New Yorker Handel. Die indische Rupie erholte sich von ihrem Kursrutsch am Mittwoch. Ein Dollar verbilligte sich auf 67,60 Rupien, nach 68,85 am Vortag. Grund war vor allem eine Ankündigung der indischen Notenbank, Ölfirmen gesondert mit Dollar zu versorgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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