Börse Tokio
Nikkei erlebt schwärzesten Monat aller Zeiten

Mit einem Minus von fünf Prozent beendete der japanische Nikkei-Index den Handelsmonat. Die Zinssenkung der Notenbank gab den Aktienmärkten keinen weiteren Rückenwind. Stattdessen lasteten Gewinnwarnungen zahlreicher Unternehmen auf den Kursen.

HB TOKIO. Mit einem weiteren Minus hat der japanische Aktienmarkt den schwärzesten Börsenmonat seiner Geschichte beendet. Nachdem sich der Nikkei-Index in den vergangenen Tagen mit großen Tagesgewinnen von seinen Tiefs gelöst hatte, warfen ihn schwache Unternehmenszahlen sowie eine Zinssenkung der Bank of Japan, die etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, am Freitag wieder zurück. Der Leitindex der Börse Tokio verlor fünf Prozent auf 8 577 Punkte.

Die Bank of Japan hatte die Leitzinsen von 0,5 Prozent auf 0,3 Prozent gesenkt. Es war die erste Zinssenkung seit März 2001. Notenbankchef Masaaki Shirakawa sah sich zu dem Schritt gezwungen, weil der japanische Yen in den vergangenen Wochen massiv angestiegen war und teilweise so teuer war wie seit 13 Jahren nicht mehr. Auch nach der Zinsentscheidung verteuerte sich der Yen allerdings leicht auf Kurse um 98 Yen je Dollar.

Der rapide Anstieg des Yens hatte den Nikkei-225 Anfang der Woche auf den tiefsten Stand seit 1982 gedrückt. Kurzzeitig war der Index unter 7 000 Punkte gefallen. Innerhalb von vier Tagen machte der Index anschließend zwar wieder fast ein Viertel wieder gut, was die Woche zur besten Handelswoche in Japan aller Zeiten macht. Ganz anders ist das Bild allerdings auf Monatsbasis: Mit rund 25 Prozent Verlust wird der Oktober 2008 als bisher schwärzester Monat an Tokios Börse in die Bücher eingehen.

Für die Verluste zum Monatsausklang sorgten neben der Bank of Japan auch zahlreiche japanische Konzerne mit negativen Kommentaren. Reihenweise nahmen die Unternehmen ihre Gewinnprognosen zurück. Der Elektronik-Hersteller Pioneer kündigte an, dass er noch mehr Verlust machen werde als befürchtet, worauf die Aktie rund 14 Prozent einsackte. Kaum besser sah es beim Autohersteller Mazda aus. Dessen Aktie verlor zehn Prozent, nachdem Mazda erklärt hatte, der steigende Yen und rückläufige Absätze in den USA würden die Gewinne schmälern. Der Kamerahersteller Konica Minolta nahm sein Gewinnziel um 40 Prozent zurück udn wurde dafür an der Börse mit einem Tagesverlust von zwölf Prozent bestraft.

Unterschiedlich entwickelten sich japanische Bankaktien. Während die Titel von Sumitomo Mitsui (SMFG) fast fünf Prozent zulegten, verloren Titel von Mitsubishi UFJ nahezu drei Prozent. Mit Kursgewinnen quittierten Anleger zunächst die Gewinnwarnung von Mizuho. Japans zweitgrößte Bank kürzte ihr Gewinnziel wegen Investementverlusten und zunehmender fauler Kredite um 55 Prozent, lag damit aber im Rahmen des Erwarteten. Zum Ende des Handels rutschte die Mizuho-Aktie mit dem stärker nachgebenden Nikkei allerdings ins Minus.

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