Börse Tokio
Nikkei fällt deutlich zurück

Die asiatischen Märkte starten mit Verlusten in die neue Woche. Investoren fürchten eine neuerliche Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa. Der Euro gibt im fernöstlichen Handel deutlich nach.
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TokioDie Sorge über ein weiteres Abgleiten Spaniens in die Schuldenkrise hat am Montag die asiatischen Finanzmärkte umgetrieben. In Tokio sanken die Aktienkurse auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen, auch außerhalb Japans verloren die Indizes um durchschnittlich rund zwei Prozent. Anleger befürchten, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nun doch ganz unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen muss, nachdem zunächst Milliarden-Hilfen nur für den spanischen Bankensektor auf den Weg gebracht wurden. Mit Valencia und Murcia benötigen nach offiziellen Angaben zwei spanische Regionen Finanzhilfen aus Madrid. Andere könnten folgen. Die Schuldenkrise ließ auch Anleger am Devisenmarkt nicht kalt: Der Euro sank zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren bis auf 1,2103 Dollar.
"Es kommt nichts Gutes aus Europa, und das hält den Euro unter Druck", sagte Yuji Saito, Devisenexperte bei der Credit Agricole in Tokio. Dort schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,8 Prozent schwächer bei 8508 Punkten, der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls rund 1,8 Prozent nach auf 720 Zähler. Der breit gefasste MSCI-Index für Aktien in Asien außerhalb Japans sank um rund zwei Prozent.
Nach Valencia könnte bald auch Murcia als zweite spanische Provinz die Zentralregierung in Madrid um Finanzhilfen bitten. Dies hatte der Präsident der Provinz in einem am Sonntag veröffentlichten Zeitungsinterview erklärt. Es gehe vermutlich um eine Summe von 200 bis 300 Millionen Euro. Entschieden sei aber noch nichts. Später ruderte die Regionalregierung etwas zurück. Valencia hatte am Freitag für Aufsehen gesorgt, weil es den Finanzbedarf verkündete. Die Wirtschaft dürfte nach der jüngsten Einschätzung der Regierung in Madrid auch 2013 schrumpfen.
"Just zu dem Zeitpunkt, an dem es so aussah, als ob die Probleme in der Euro-Zone geringer werden, kommt wieder Unsicherheit auf", sagte Masayuki Otani, Marktanalyst bei Securities Japan. "Und es ist nicht nur Spanien, wo die regionalen Banken Probleme haben. Es gibt auch Schwierigkeiten in Italien und anderen Ländern."

In Tokio drückte zudem der starke Yen im Vorfeld der in dieser Woche beginnenden Berichtssaison japanischer Firmen auf die Kurse, vor allem der Exportfirmen. Wegen der Schuldenkrise sank der Yen zum Euro auf den niedrigsten Stand seit mehr als elf Jahren. So verloren die Titel von Canon, Sony und Panasonic jeweils mehr als vier Prozent. Die Aktien von Tokyo Steel gaben zudem mehr als acht Prozent nach. Der Konzern hatte am Freitag seine Prognose kassiert und erwartet nun Verluste.
Die Angst vor einem Ausufern der europäischen Schuldenkrise trieb die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen wie US-Staatsanleihen in die Höhe. Die Rendite der zehnjährigen US-Papiere markierte am Morgen in Asien daher ein Rekordtief mit 1,4365 Prozent. Auch ein deutscher Medienbericht, wonach der IWF kein weiteres Hilfspaket für Griechenland mehr mittragen könnte, sorgte für Unruhe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Nikkei fällt deutlich zurück "

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  • @ OMG: Super dass Sie ebenfalls die langfristige Short-Meinung teilen! :-)
    Dax Stand 4500 bis Ende des Jahres wünsche ich mir, ist aber wohl etwas zuuu pessimistisch da wie Sie sagen die Politiker Riege ordentlich Pfeffer & Salz für die ganze Suppe zum nachwürzen übrig haben..
    Sprich die Politik macht mal wieder Börse!

  • @Tomate: Ich glaube nicht an einen Anstieg.

    Ich würde jedoch gerne kaufen, bei 5500 oder 5000. Meine Bazooka ist mehr als geladen.

    Man darf jedoch nicht vernachlässigen, dass der Politik und der EZB sicherlich etwas einfallen wird, wie sie bei einem Griechenland-Ausstieg die Märkte und Banken mit Brennstoff versorgen können.

    Dennoch will ich bei 5000 kaufen.


    @Beelzebub: Möglicherweise werde ich ihre Anregung in die Tat umsetzen und mir ein seriöses Forum suchen.

    Ich lese eben gerne im Handelsblatt online. Deswegen poste ich auch (bisher) hier.

    Ihre unterschwellige Behauptung ("gleich und gleich"), meine Postings seien ähnlich niveaulos wie die mancher Schlickwühler, trifft mich nicht. Es ist eher störend, dass man auf solche Argumente eingehen muss.

  • Griechenland ist seit über 2 Jahren zahlungsunfähig und pleite - und hat entgegen Warnungen und Protesten etlicher Finanzexperten und renomierter Ökonomen weiter und weiter zig Mrd. EURO erhalten, die jetzt natürlich auch futsch sind, da Griechenland endgültig in die Pleite fährt.
    Das war Verschwendung, in meinen Augen Veruntreuung von Steuergeldern. Ich wäre dafür, die Politiker dafür zur Verantwortung zu ziehen, sprich zu verklagen. Ich fordere hier ausdrücklich NICHT die Todesstrafe für diese Verbrecher, obwohl ich sie gern einen Kopf kürzer sehen würde, auch als Warnung an Brüssel und nachfolgende Politiker-Generationen. Nein. Aber mit einer glühenden Zange die Finger- und Fußnägel abziehen, live übertragen auf Phonix, vor- und nachkommentiert von Professor Falter und ggf. Prof. Sinn, ja, das halte ich für gerechtfertigt...

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