Börse Tokio
Nikkei fällt unter 9.000 Punkte

Für die Anleger in Tokio beginnt die neue Handelswoche mit Verlusten. Die Intervention der Regierung gegen den starken Yen hilft nur kurzzeitig.
  • 0

TokioDer Eingriff Japans am Devisenmarkt hat an den asiatischen Aktienmärkten am Montag kurzzeitig für Gewinne gesorgt. Im Verlauf notierten aber alle wichtigen Indizes wieder im Minus. „Die Intervention hatte definitiv einen deutlichen, kurzzeitigen Effekt und hat sowohl den Dollar als auch den Nikkei beflügelt“, sagte Yutaka Miura von Mizuho Securities. Die US-Währung war wenige Stunden vor der Intervention bis auf 75,31 Yen gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der japanische Finanzminister Jun Azumi erklärte, Japan habe alleine am Devisenmarkt interveniert, ohne ein Volumen zu nennen. Der starke Yen gefährdet die Gewinne der exportlastigen japanischen Unternehmen, weswegen der Aktienmarkt die Nachricht zunächst positiv quittiert hat. Allerdings konnte sich die gute Stimmung nicht halten. Bis zum Nachmittag in Asien lagen alle wichtigen Indizes im Minus. Der Euro sank verglichen zur späten New Yorker Notiz am Freitag auf Kurse von nun knapp unter 1,40 Dollar. Zum Wochenausklang hatte die europäische Gemeinschaftswährung noch 1,4146 Dollar gekostet.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent schwächer bei 8988 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gab bis Handelsschluss 0,96 Prozent nach auf 764 Zähler. Die Aktien von Firmen wie Honda Motor , Panasonic und Toshiba gaben vor der mit Spannung erwarteten Quartalszahlen nach. Gegen den Markttrend konnten sich indes Titel von Exportunternehmen wie Toyota und Nissan behaupten: Toyota-Aktien schlossen 0,46 Prozent fester, Nissan verbuchte bis Handelsschluss ein Plus von 1,66 Prozent.

Auch an den Aktienmärkten in Südkorea , Taipeh und Singapur lagen die Kurse überwiegend im Minus. Die wichtigen chinesischen Handelsplätze in Hongkong und Shanghai verbuchten ebenfalls Verluste. In New York hatte die Wall Street die vergangene Woche uneinheitlich beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 0,2 Prozent auf 12.231 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 trat mit 1285 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 2737 Punkte.

Anleger sagten, die Investoren würden nach den ereignisreichen Wochen in der europäischen Schuldenkrise nun ihre Aufmerksamkeit auf die USA richten. Dort steht diese Woche ein Fed-Entscheid an, zudem wichtige Daten zur US-Wirtschaftsentwicklung und dem Arbeitsmarkt. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet am Donnerstag über das Zinsniveau, erstmals unter ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi. Die Amtszeit von Jean-Claude Trichet endet offiziell am Montag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Nikkei fällt unter 9.000 Punkte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%