Börse Tokio
Nikkei grenzt Verluste ein

Die Entscheidung von Moody's, den Ausblick für Deutschland auf "negativ" zu setzen, spielte in Japan eine untergeordnete Rolle. Industrie-Daten aus China sorgten für Erleichterung.
  • 0

TokioErmutigende Industriedaten aus China haben den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag Halt gegeben. Die Tokioter Börse verringerte ihre Verluste, nachdem der Nikkei-Index zeitweise auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen gesunken war. Doch die Sorgen um den Zustand Spaniens belasteten Händlern zufolge weiter das Marktgeschehen. Viele Experten fürchten, dass das Land ganz unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen muss. Spanien hatte diesen Fall am Montag explizit ausgeschlossen. Am Vormittag wollte das Land neue Anleihen im Volumen von drei Milliarden Euro begeben. Für Anleger stand im Mittelpunkt, wie hoch die Kosten dafür sein werden.
Chinas Industrie kommt allmählich wieder in Schwung, wie der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC zeigt. Das Barometer stieg auf 49,5 Punkte von 48,2 Zählern im Juni. Damit näherte sich der Index deutlich an die Schwelle von 50 Punkten an, ab der Wachstum anzeigt wird. "Die Daten haben den Märkten etwas Auftrieb gegeben, doch ob solche Effekte von Dauer sein werden, ist zweifelhaft angesichts der Probleme in Europa", sagte Analyst Hiroyuki Kikukawa von Nihon Unicom.
Der Nikkei schloss nach einer leichten Kurserholung im späten Geschäft noch 0,2 Prozent schwächer bei 8488 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab bis Handelsschluss 0,4 Prozent ab auf 717 Zähler. Der breit angelegte MSCI-Index für asiatische Aktien ohne Japan notierte 0,3 Prozent dagegen im Plus. In Hongkong kam es wegen eines Taifuns zu Unterbrechungen im Handel.
"Europa muss mit der Krise fertig werden, aber Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ebenso wie andere Politiker im Urlaub", sagte der Finanz-Stratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. "Ich bin besorgt, dass die Politik während des Sommers nicht mit den Marktentwicklungen Schritt halten kann."
Die Nachricht, dass Moody's den Rating-Ausblick von Deutschland am späten Montagabend auf "negativ" zurücknahm, sorgte weiter für Druck auf den Euro. Er präsentierte sich in Fernost mit rund 1,2115 Dollar und damit etwas höher als am Vorabend in New York, doch nicht weit entfernt von jüngsten Tiefständen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Nikkei grenzt Verluste ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%