Börse Tokio
Nikkei im Minus

Wenig Bewegung an der Börse in Tokio: Die Anleger warten auf die Berichtssaison in den USA. Einzeltitel sorgen für Spannung. Eine Mobilfunkaktien bricht um 15 Prozent ein.
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Anleger in Fernost haben sich zum Ende der Handelswoche zurückhaltend gegeben. Gründe waren einmal mehr die schwächelnde Weltwirtschaft, die Schuldenkrise im Euro-Raum und die nur geringen Erwartungen an die Quartalsberichte der Unternehmen. Viele Investoren wollten zudem zunächst die am Freitag anstehenden Zahlen der US-Bank J.P. Morgan abwarten. Sollten die Geschäftsberichte wie angenommen schlecht ausfallen, steige kommende Woche der Verkaufsdruck, sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities in Tokio. Die Kaufneigung sei daher gering.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index büßte in Tokio 0,15 Prozent ein und schloss bei 8534 Zählern. Dagegen legte der breiter gefasste Topix-Index 0,6 Prozent auf 718 Punkte zu.

Im Mittelpunkt des Interesses stand die Softbank-Aktie, die rund 15 Prozent an Wert verlor. Das japanische Mobilfunkunternehmen würde mit einer Übernahme von Sprint nicht nur einen Fuß in den wichtigen Mobilfunkmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft bekommen. Einem Medienbericht zufolge könnte Softbank die Sprint-Übernahme auch dafür nutzen, um Jagd auf den kleineren US-Rivalen MetroPCS zu machen.

Bei den Exporteuren legte dank des schwächeren Yen der Aktienkurs von Toyota gut ein Prozent dazu. Die Papiere von Honda gewannen 0,8 Prozent. Canon kletterten 2,25 Prozent ins Plus.

Auch andere asiatische Märkte tendierten uneinheitlich. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan lag leicht im Plus. In Singapur legte der Aktienindex um 0,4 Prozent zu, während der Kospi in Südkorea nahezu unverändert aus dem Handel ging. Ähnlich sah es in Shanghai aus, während Taiwan Verluste machte.

Der Euro tendierte im fernöstlichen Handel etwas fester. Die europäische Gemeinschaftswährung legte auf 1,2932 Dollar zu nach 1,2828 Dollar im späten New Yorker Geschäft. Am Vortag war der Euro wegen der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die US-Ratingagentur S&P unter Druck geraten. Die Euro-Schuldenkrise ist auch Thema auf der IWF-Jahrestagung in Tokio, wo sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gegen Forderungen nach einer Lockerung des Sparkurses in den Euro-Krisenländern wandte.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Euro-Kurses dürfte nach Einschätzung von Händlern sein, ob und wann Spanien einen Antrag auf Hilfen aus dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm stellen wird. Im Falle eines Antrags wäre der Weg für die Europäische Zentralbank frei, spanische Anleihen zu kaufen und damit die Refinanzierungskosten des Landes zu drücken.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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