Börse Tokio
Nikkei-Index auf höchstem Stand seit dem Erdbeben

Die US-Notenbank will Kredite für Banken weiter billig halten. Die Ankündigung hat die amerikanischen und die japanischen Investoren beflügelt. In Tokio stieg das Marktbarometer so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr.
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TokioDie Hoffnung der Anleger auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in den USA hat der Tokioter Börse am Dienstag zu den höchsten Kursen seit acht Monaten verholfen. Fed-Chef Ben Bernanke hatte am Montag signalisiert, dass er trotz der sich aufhellenden Konjunkturaussichten in den USA keine Eile bei der Normalisierung der Geldpolitik verspürt. Dies gab vor allem Exportwerten wie Toyota, Canon und Sony einen Schub, die allesamt um rund zweieinhalb Prozent zulegten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte bereits bis zum Mittag um 1,7 Prozent auf 10.192 Punkte und machte damit die Verluste der Vorwoche mehr als wett. Kurz lag das Marktbarometer sogar über der wichtigen Marke von 10.200 Zählern. Zuletzt hatte er im Juli vergangenen Jahres auf diesem Niveau notiert. Der breiter gefasste Topix-Index rückte anfangs ebenfalls 1,7 Prozent vor auf 866 Stellen.

Etwa eine Stunde vor Handelsschluss ging dann die Schlussrally los. Der Nikkei-Index zog innerhalb weniger wieder an über die Marke von 10.200 Zählern und lag schnell mehr als zwei Prozent fester. So hoch hatte der Index zuletzt vor einem Jahr notiert, als Erdbeben und Tsunami das Land erschüttert und einen Kurssturz ausgelöst hatten. Nun hat der Nikkei-Index die dadurch verursachten Verluste zum größten Teil wieder aufgeholt. Er schloss heute 2,4 Prozent höher bei 10.255 Zählern. Bis zu den Höchstkursen des Vorjahres fehlen allerdings noch rund 600 Punkte.

Börsianer zeigten sich überzeugt, dass die Tokioter Börse auch weiterhin von ausländischen Käufern profitieren wird, die ihrer Ansicht nach bei japanischen Werten insgesamt einen Aufholbedarf haben. Anleger zeigten sich auch ermutigt von dem unerwarteten Anstieg des Ifo-Index in Deutschland.

„Die jüngste Furcht vor einer globalen Korrektur ist nach den Äußerungen von Bernanke und den positiven Daten aus Europa erst einmal verflogen“, sagte Hiedyuki Ishiguro von Okasan Securities. Neben den Exportwerten zählten Finanztitel zu den größten Gewinnern: Die Aktien des führenden Brokers Nomura kletterten um drei Prozent und die Aktien von Daiwa Securities sogar um fast vier Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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