Börse Tokio: Nikkei-Index bricht erneut ein

Börse Tokio
Nikkei-Index bricht erneut ein

Gute Konjunkturdaten aus China heben die Stimmung in Asien. Nur die japanischen Investoren fallen aus der Reihe und lassen sich von EZB-Chef Draghi die Stimmung verderben. Besonders stark leidet die Aktie von Sony.
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TokioÜberraschend starke Konjunkturdaten aus China haben an den meisten asiatischen Aktienmärkten am Freitag für eine positive Stimmung gesorgt. Der Nikkei-Index verzeichnete dagegen vor einem langen Wochenende deutliche Verluste. Zudem hat der Leitindex wegen der Lockerung der Geldpolitik durch die japanische Notenbank schon seit Wochen deutlich zugelegt.

Die chinesischen Exporte stiegen im Januar so stark wie seit April 2011 nicht mehr. Auch der Einzelhandel, die Produktion und die Investitionen deuteten darauf hin, dass die chinesische Konjunktur im dritten Quartal des vergangenen Jahres ihren Tiefpunkt erreicht habe, sagte der Experte Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities in Tokio. Viele Investoren ließen am Freitag aber Vorsicht walten, weil in der kommenden Woche das chinesische Neujahrsfest ansteht. Einige Anleger sichern sich deswegen vor den Ferien noch Gewinne.

Im Tokioter Handel wirkte der gedämpfte Ausblick der Europäischen Zentralbank vom Donnerstag nach. Zu den größten Verlierern zählten zum Wochenausklang Sony-Aktien: Der Elektronikkonzern enttäuschte mit überraschend schwachen Quartalszahlen viele Anleger. Analysten zufolge nutzten Investoren zudem das bevorstehende lange Wochenende, um Gewinne mitzunehmen. Die Aktienmärkte bleiben am Montag wegen eines Feiertages geschlossen. Der Nikkei-Index fiel um 1,8 Prozent auf 11.153 Punkte. Der MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans stieg dagegen um 0,3 Prozent.

Der Euro übersprang in der Nacht die Marke von 1,34 Dollar und notierte am Morgen bei 1,3398 Dollar. EZB-Präsident Mario Draghi hatte sich am Donnerstag über den jüngsten Kursanstieg besorgt gezeigt. Daraufhin fiel die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,34 Dollar. Die US-Währung tendierte stärker. Der Yen bewegte sich im Vergleich zu Dollar und Euro nahe seinen Tiefständen.

Bei den Einzelwerten standen Sony -Papiere im Interesse der Anleger. Die Konzernergebnisse im Herbstquartal enttäuschten viele Investoren. Die Aktie fiel um mehr als zehn Prozent. Auch andere Exportwerte standen auf den Verkaufslisten: Bei Panasonic betrug das Minus 5,4 Prozent und bei Canon 2,3 Prozent.

Gegen den Trend konnte der Elektronikhersteller Fujitsu zulegen: Das Unternehmen will seine Mikrochipsparte umbauen und dafür 5000 Stellen streichen. Die Papiere stiegen um 5,1 Prozent.

Der weltgrößte Aluminium-Konzern United Company Rusal rechnet wegen vieler Infrastruktur-Großprojekte in China mit einem Anziehen der weltweiten Alu-Nachfrage in diesem Jahr. Die Nachfrage werde 2013 voraussichtlich um sechs Prozent auf 50 Millionen Tonnen steigen, kündigte das russische Unternehmen am Freitag an. China werde 2013 der größte Markt für das Material bleiben, teilte Rusal mit.

Die Aluminium-Produktion in dem Konzern kletterte vergangenes Jahr um ein Prozent auf 4,17 Millionen Tonnen. Die Branche hat ein hartes Jahr hinter sich. Rusal rechnet damit, dass die Preise wegen der Schuldenkrise in Europa noch weiter unter Druck bleiben werden.

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  • Warum hören wir in der deutschen Finanzpresse kaum etwas über Saipem und den kürzlichen Kurssturz durch vermutlichen Insiderhandel?

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