Börse Tokio
Nikkei-Index erreicht 11.000 Punkte und fällt

Der japanische Aktienindex ist zum ersten Mal seit Anfang 2010 über die Marke von 11.000 Punkten gestiegen. Doch dann setzten Gewinnmitnahmen ein.
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TokioVor einer Schwemme neuer Quartalsberichte hat zum Wochenbeginn Zurückhaltung die asiatischen Aktienmärkte bestimmt. Anders als in den USA oder Europa notiert der Tokioter Nikkei noch deutlich unter seinem Niveau von vor Ausbruch der Finanzkrise 2008.

Im Fokus stand in Tokio vor allem die Entwicklung des Yen, dessen Abschwächung bei Exportwerten für Gewinne sorgt. Der Euro behauptete sich bei rund 1,3460 Dollar. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fast ein Prozent schwächer bei 10.824 Punkten. Kurz nach Eröffnung war das Börsenbarometer zeitweise sogar über die Marke von 11.000 Zählern gesprungen.

"Es könnte für Investoren schwierig sein, aus der Deckung zu kommen, bevor sie sehen, wie stark der schwächere Yen die Geschäftsentwicklung japanischer Firmen verbessern wird", sagte Marktanalyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities.

Die Aktien von Sony konnten bereits zulegen: Sie gewannen um neun Prozent. Sie reagierten damit auf eine Hochstufung durch Citigroup.

Die Aktien des Autobauers Toyota dagegen konnten von den jüngsten Absatzzahlen nicht profitieren. Sie gaben 0,6 Prozent nach. Toyota hat den Spitzenplatz als weltgrößter Autohersteller zurückerobert. Der japanische Konzern lieferte im vergangenen Jahr nach Angaben vom Montag einen Rekordwert von 9,75 Millionen Fahrzeugen aus.

Das ist ein Plus von 22,6 Prozent im Vergleich zu dem von der Tsunami-Katastrophe und den Überschwemmungen in Thailand geprägten Jahr 2011. Damit überrundete Toyota seine Rivalen General Motors (GM) und Volkswagen. GM erzielte 2012 ein Absatzplus von 2,9 Prozent auf 9,28 Millionen Wagen, VW einen Anstieg von 11,2 Prozent auf 9,07 Millionen.

Abwärts ging es auch mit den Titeln des Industrieroboterbauers Fanuc, die um sieben Prozent abrutschten. Der Konzern hatte wegen schwächerer Nachfrage in China und Europa seine Ergebnisprognose deutlich zurückgestutzt.

In Hongkong belasteten die Titel von Cosco das Handelsgeschehen. Sie verloren um fünf Prozent. Der chinesische Konzern, der unter anderem in der Schifferei tätig ist, hat für 2012 ein weiteres Verlustjahr in Aussicht gestellt.

Die offiziellen Zahlen will Cosco Ende März vorlegen. Der breite Markt in Hongkong konnte sich trotzdem mit 0,4 Prozent über Wasser halten. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,4 Prozent.

Japans neue Regierung erwartet für das im April beginnende Fiskaljahr ein kräftiges Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Die am Montag veröffentlichte Prognose des Kabinettsbüros stützt sich insbesondere auf die geplanten aggressiven finanz- und geldpolitischen Konjunkturhilfen und die wirtschaftliche Erholung wichtiger Auslandsmärkte.

Die Schätzung ist deutlich optimistischer als die von Ökonomen, die einer Reuters-Umfrage zufolge im Schnitt lediglich ein Plus von 1,8 Prozent erwarten. Die noch von der Vorgängerregierung verantwortete Prognose vom vergangenen Sommer lag bei 1,7 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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