Börse Tokio
Nikkei-Index erreicht 12.400 Punkte

Der japanische Aktienmarkt setzt seinen Höhenflug fort. Der Leitindex profitiert weiter vom Optimismus an den Börsen. Zudem nährt die Regierung die Hoffnung, dass die Geldpolitik im eigenen Lande noch lockerer wird.
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TokioAn den asiatischen Aktienmärkten hat sich die weltweite Börsenrally auch zu Beginn der neuen Woche in moderatem Tempo fortgesetzt. Zum Teil enttäuschende Konjunkturdaten aus China grenzten die Aufschläge allerdings ein. Angetrieben wurden die Kurse am Montag von den ermutigenden Daten vom US-Arbeitsmarkt und den positiven Vorgaben von der Wall Street von Freitag.

In Tokio verhalf zudem die anhaltende Yen-Schwäche den Exportwerten zu Gewinnen und dem Nikkei-Index zu einem neuen Viereinhalbjahres-Hoch. Der Euro notiert in Fernost kaum verändert.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent im Plus bei 12.349 Punkten. Zeitweise erreichte das Börsenbarometer 11.400 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte 1,9 Prozent auf 1039 Stellen. Auch die australische Börse in Sydney stieg auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren.

Die Märkte in Taiwan, Singapur und Hongkong legten ebenfalls zu. Die Börse in Seoul gab dagegen belastet von den Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea leicht nach. In Shanghai drückten uneinheitliche Konjunkturdaten vom Wochenende auf die Stimmung, die Sorgen bestärkten, dass der chinesische Wirtschaftsmotor nur stotternd wieder auf Touren kommt. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien ohne Japan trat auf der Stelle.

In China kamen zur Überraschung der Experten Industrieproduktion und Einzelhandel zum Jahresanfang nur schleppend auf Touren, während der Preisauftrieb im Februar größer ausfiel als erwartet. Zudem vergaben die Banken weniger Kredite als prognostiziert. Die Daten hätten den Markt enttäuscht und die Anleger zu etwas mehr Vorsicht angehalten, sagte Aktienstratege Damien Boey von Credit Suisse in Sydney.

Dagegen nährten die Daten vom Arbeitsmarkt in den USA die Hoffnungen auf eine Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt. Dies führe zusätzlich neben der japanischen Geldpolitik zu einem schwächeren Yen und hebe die Stimmung am Markt, sagte Analyst Naoki Fujiwara von Shinkin Asset Management.

Dies gab vor allem japanischen Exportwerten Auftrieb. Die Papiere des Elektronikkonzerns Toshiba stiegen um fast sechs Prozent. Die Anteilsscheine des weltgrößten Autobauers Toyota verteuerten sich um 1,8 Prozent. Die Papiere des Kamera- und Bürogeräte-Herstellers Canon gewannen 3,6 Prozent. Auch Finanzwerte waren gefragt. Die Aktien von Sumitomo Mitsui Trust kletterten um 2,3 Prozent. Die teilverstaatlichte Bank hatte am Freitag mitgeteilt, Regierungsgelder in Milliardenhöhe zurückzuzahlen.

Der Euro tendierte mit 1,3005 Dollar kaum verändert. Der Greenback profitierte weiter von guten US-Konjunkturdaten und lag mit 96,05 Yen in der Nähe eines Dreieinhalbjahres-Hoch zur japanischen Währung. Der Greenback profitierte weiter von guten US-Konjunkturdaten. Die US-Wirtschaft hatte im Februar weit mehr Stellen geschaffen als erwartet. Zum Yen legte die US-Währung minimal auf 96,24 Yen zu. Ziel der japanischen Regierung ist sind 100 Yen zum Dollar.

Japans Kandidat für den Notenbank-Chefposten will nach seinem Amtsantritt die Geldpolitik schnell lockern. "Geschwindigkeit ist wichtig", sagte Haruhiko Kuroda am Montag vor Abgeordneten im Oberhaus. Er werde tun, was nötig sei, um die Inflation in dem rezessionsgebeutelten Land auf zwei Prozent zu treiben - ein Niveau, das in den vergangenen Jahrzehnten nur selten erreicht wurde. Kuroda dürfte noch im Laufe dieser Woche zum Chef der Bank von Japan gekürt werden: Die Opposition, die die Mehrheit im Oberhaus hat, signalisierte bereits ihre Zustimmung.

Zwar hat sich Japan im Schlussquartal 2012 aus der vierten Rezession seit 2000 gelöst. Doch die jüngsten Auftragsdaten für die Industrie signalisieren eine weiterhin schwache Nachfrage. Im Januar erhielten die Unternehmen 13,1 Prozent weniger Bestellungen als im Dezember - von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um zwei Prozent gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahr waren es 9,7 Prozent weniger Bestellungen. Experten verwiesen jedoch darauf, dass die Daten üblicherweise stark schwanken, wenn etwa Großaufträge wegbrechen.

Kuroda gilt als Anhänger einer noch lockereren Geldpolitik. Beobachter rechnen damit, dass schon beim ersten Zinsentscheid unter seiner Führung Anfang April die Geldschleusen noch weiter geöffnet werden. Schon jetzt fährt die Bank von Japan den lockersten Kurs aller großen Notenbanken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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