Börse Tokio
Nikkei-Index jagt zeitweilig auf 10.000 Punkte

Der Schuldenschnitt Griechenlands hat die japanische Börse in Feierlaune versetzt. Der Nikkei-Index jagt in der letzten Börsenstunde auf den höchsten Stand seit sieben Monaten, kann dieses Hoch aber nicht halten.
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Tokio Die Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss der Umschuldungsverhandlungen Griechenlands hat am Freitag die Tokioter Börse auf ein Sieben-Monats-Hoch getrieben. Auch anderen asiatischen Börsen bescherte dies Gewinne.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg kurz vor Schluss um mehr als 2,3 Prozent auf 10.000 Punkte. In der Spitze waren es 10005 Zähler. Kurz danach fiel er wieder unter die psychologisch wichtige Marke und schloss bei 9930 Zählern. Zu dem Aufwärtstrend trug ein schwacher Yen bei, der Exportwerten zusätzlichen Auftrieb bescherte.

Der breiter gefasste Topix-Index kletterte um 1,5 Prozent auf 848 Punkte. Bei den übrigen Börsen der Region summierten sich die Kursgewinne auf maximal ein Prozent. So verbesserte sich der Markt in Shanghai um lediglich 0,5 Prozent.

„Die Nachrichten über Griechenland sind positiv“, sagte Yuji Saito von Credit Agricole Bank in Tokio. „Doch wir müssen die offizielle Mitteilung abwarten und mehr Details sehen, bevor wir überzeugt sind“, mahnte er zugleich: „Selbst wenn eine ungeordnete Insolvenz abgewendet ist, so wird die anstehende Wahl in Griechenland kommenden Monat der nächste Risikofaktor.“

Der Euro fiel deutlich und mehrere Aktienmärkte gaben ihre Gewinne teilweise wieder ab, als Griechenland genaue Details zum Schuldentausch nannte. Zu diesem Zeitpunkt war die Börse in Tokio jedoch bereits geschlossen. Devisenanalyst Yuji Saito wollte dieser Reaktion keine große Bedeutung beimessen. "Es handelt sich hier wohl um einen klassischen Fall von 'Kaufe das Gerücht und verkaufe, wenn die Fakten da sind.'"

Die privaten Gläubiger Griechenlands haben mit großer Mehrheit der historischen Umschuldung zugestimmt und damit den Weg für das zweite Rettungspaket geebnet. Wie die Regierung am Freitag in Athen mitteilte, lag die Annahmequote bei dem Anleihetausch bei 85,8 Prozent. Das Land will jedoch die jüngst eingeführten Umschuldungsklauseln aktivieren und damit noch unwillige Gläubiger zur Teilnahme an dem Schuldenschnitt zwingen. Händler warnten zudem, die Parlamentswahl in Griechenland könne im kommenden Monat bereits der nächste Risikofaktor in der Schuldenkrise werden.

Unter den Einzelwerten in Tokio stachen Exporttitel heraus, die von einem schwächeren Yen profitierten. Canon legten 1,2 Prozent zu, Toyota 2,1 Prozent und Honda 2,6 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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