Börse Tokio

Nikkei-Index knackt die 50-Prozent-Marke

Trotz negativer Vorgaben aus den USA haben die Händler in Japan kräftig zugegriffen. Der Nikkei-Index legt weitere zwei Prozent zu. Und ist damit in diesem Jahr einer der großen Gewinner unter den Kursbarometern.
Update: 18.12.2013 - 08:19 Uhr Kommentieren
Börsenanzeige in Downtown Tokio. Quelle: dpa

Börsenanzeige in Downtown Tokio.

(Foto: dpa)

TokioDie Anleger in Asien haben sich am Mittwoch vor der Entscheidung der US-Notenbank über den weiteren geldpolitischen Kurs nur vorsichtig aus der Deckung gewagt. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans legte 0,2 Prozent zu.

Im Schnitt erwartet die Mehrheit der Börsianer zwar, dass die Fed erst im März aktiv wird. Aber immer mehr Anleger halten es auch für möglich, dass die Währungshüter um Ben Bernanke schon vorher den langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beschließen und das Volumen der monatlichen Staatsanleihenkäufe drosseln.

Diese Einschätzung wurde von zuletzt positiven Konjunkturdaten der weltweit größten Volkswirtschaft gestützt. So entwickelte sich der Arbeitsmarkt besser als erwartet, die Industrieproduktion stieg, die Baufirmen gewannen an Zuversicht und die Inflation zeigte sich stabil.

Die Party an der Börse wird weitergehen
Japan's Nikkei 225 Stock Average closed at a six-year high
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Hauptthema am Markt wird die Fed bleiben

„Kaum etwas dürfte so sehr über den weiteren Verlauf der Aktienmärkte entscheiden wie die zukünftige Politik der US-Notenbank,“ prognostiziert Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe für das Jahr 2014. Das größte Risiko für den Markt stelle ein rascher Ausstieg der Fed aus der ultraexpansiven Geldpolitik dar. Allerdings sei dieser nicht zu erwarten. Dafür sei das Wirtschaftswachstum noch zu schwach.

EZB Zinspause
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Im Zeichen der Politik

Ähnlich sieht dies auch Michael Winkler, Chief Investment Officer der St.Galler Kantonalbank: „Schon das Jahr 2013 hat gezeigt, wie leicht sich die Märkte beeinflussen lassen. Auch 2014 wird im Zeichen der Politik der Notenbanken stehen.“

The headquarters of Deutsche Bank are pictured in Frankfurt
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„Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel“  

Nach Ansicht der Experten von Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. Vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, sagt Asoka Wöhrmann, Geschäftsführer der DeAWM Investment GmbH. Für 2014 rechnen die Analysten noch nicht mit einer restriktiven Geldpolitik der EZB, sondern eher mit einer „Konsolidierung der Bankenlandschaft, die in den USA nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen gilt“.

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities: „2012 und 2013 standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber der Aktienmärkte werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

DAX auf neuem Rekordthoch
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Die Party am Aktienmarkt geht weiter – aber nüchtern

„Steigende Kapitalmarktzinsen und mehr Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank dürften für höhere Volatilität und niedrigere Kursgewinne an den Aktienmärkten sorgen“, schreibt Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe in seinem Kapitalmarktausblick. Insgesamt werde es weiter bergauf gehen, allerdings nicht im zweistelligen Bereich. Angesichts der Rekorde, die Dax und Co. verzeichnet haben, sei nur noch wenig Luft nach oben.

Made in Germany Schriftzug
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Deutschland bleibt Top-Pick in Europa

Wirtschaftlich wird Deutschland in Europa weiter den Ton angeben, prognostiziert Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund. Insgesamt seien deutsche Unternehmen bei Investoren beliebt, weshalb die Kurse weiter steigen dürften. Hauptgrund für die Hausse sei das neue Vertrauen der Anleger in den Aktienmarkt. Allerdings genüge es nicht, einfach alle deutschen Werte zu kaufen. Anleger sollten genau auf die Fundamentaldaten achten, um die besten deutschen Aktien zu finden.

Deutsche Boerse
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Fundamentaldaten werden wichtiger

Auch Matt Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund, geht in seinem Ausblick für 2014 davon aus, dass Anleger verstärkt auf Fundamentaldaten schauen werden. „Im kommenden Jahr dürften vor allem unternehmensspezifische und nicht so sehr makroökonomische Faktoren den Ton angeben.“

Lange haben Anleger nur auf die Notenbanken geschaut. Doch die Geldflut der Zentralbanken gehört mittlerweile zur Normalität.

MDax knackt 14.000er-Marke
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Dax wird den MDax schlagen

Für den MDax sieht das Bankhaus Lampe 2014 keine Wachstumschancen mehr. Der Mittelwerte-Index habe sein Pulver bereits 2013 verschossen und werde deshalb 2014 wohl ein Minus aufweisen. Für den Dax sehen die Experten dagegen ein Jahresendziel von 9.650 Punkten.

"Die marktneutrale Entscheidung wäre es, bis Januar zu warten", schrieben die Experten der Citigroup. "Eine Drosselung der Käufe noch am Mittwoch würde 60 Prozent der Marktteilnehmer überraschen." Die Hüter des Dollar veröffentlichen am Abend ihren Entschluss.

Danach stellt sich Fed-Chef Bernanke in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. In den vergangenen Jahren hatte das billige Geld aus den USA die Kurse in Schwellenländern wie Indien oder Indonesien nach oben getrieben.

In Japan profitierte der Nikkei -Index von Käufen ausländischer Hedge-Fonds und schloss gut zwei Prozent fester bei 15.587 Zählern. Seit Jahresanfang legte der Index um 50 Prozent zu und ist damit auf einem guten Weg, das beste Jahresergebnis seit 1972 zu schaffen.

Japan profitiert von extrem lockerer Geldpolitik
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