Börse Tokio
Nikkei-Index peilt 12.000 Punkte an

Nach guten Vorgaben aus New York hat Japans Aktienmarkt weiter zugelegt und notiert so hoch wie seit 2008 nicht mehr. Zu den Gewinnern in Tokio gehören erneut Finanzwerte. China-Aktien steigen deutlich.
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TokioDie Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik hat dem japanischen Aktienmarkt auch am Dienstag Gewinne beschert. Bei einer Anhörung im Parlament signalisierte die künftige Führungsriege der Notenbank ihre Bereitschaft, im Kampf gegen die Deflation notfalls noch mehr Geldscheine zu drucken.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schließt 0,27 Prozent höher bei 11.683,45 Punkten. Dabei gewann der Index zeitweise mehr als doppelt so viel und lag deutlich über 11.700 Punkten. Die runde Marke von 12.000 Punkten kommt damit erstmals seit dem Absturz im Jahre 2008 wieder in Reichweite. Der breit gefasste Topix gab indes um 3,63 Punkte oder 0,37 Prozent auf den Stand von 988,62 Zählern nach.

Der Kandidat für den Chefposten bei der Notenbank, Haruhiko Kuroda, hatte bereits am Montag vor dem Unterhaus eine Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Die bisherigen Maßnahmen der BOJ reichten nicht aus, um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Daher müsste auch der Kauf von langlaufenden Staatsanleihen ins Auge gefasst werden. Ähnlich äußerte sich am Dienstag sein designierter Stellvertreter Hiroshi Nakaso.

Zu den Gewinnern in Tokio gehörten erneut Finanzwerte. Der japanische Banken-Index legte rund 1,4 Prozent zu. Der Aktienkurs von Sumitomo Mitsui Financial gewann 0,9 Prozent, die Papiere von Mizuho Financial kletterten ein Prozent nach oben.

Bei den Einzelwerten stach zudem der Einzelhändler Fast Retail mit einem Plus von 5,8 Prozent hervor. Dessen Modekette Uniqlo hatte zuvor ein Umsatzplus in Japan für den vergangenen Monat von rund zehn Prozent bekanntgegeben.

Die Börse in Shanghai legt mehr als ein Prozent zu, nachdem der Aktienmarkt am Montag um mehr als drei Prozent nachgegeben hatte. Das chinesische Parlament berät ab heute in Peking und leitet einen formellen Machtwechsel in der kommunistischen Wirtschaftsmacht ein. Die fast 3000 Abgeordneten des Nationalen Volkskongresses sollen Xi Jinping zum neuen Präsidenten wählen.

Mit höheren Staatsausgaben will die chinesische Regierung auch in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent erzielen. Wegen der verstärkten Investitionen in Infrastruktur und andere Staatsprojekte werde sich das Haushaltsdefizit 2013 auf etwa zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen, sagte der scheidende Ministerpräsident Wen Jiabao am Dienstag laut Redemanuskript zur Eröffnung des Nationalen Volkskongresses.

Im vergangenen Jahr betrug das Haushaltsdefizit in China 1,6 Prozent. Das Wirtschaftswachstum lag 2012 dank massiver Staatsausgaben in der zweiten Jahreshälfte bei 7,8 Prozent und damit knapp über der offiziellen Zielmarke von 7,5 Prozent.

Die chinesische Regierung will ihre Rüstungsausgaben in diesem Jahr noch einmal deutlich erhöhen. Der erneut deutliche Anstieg der Militärausgaben dürfte dennoch die Sorgen anderer Länder in der Region wie Japan oder Indien vor einem immer mächtigeren China wachsen lassen und könnte auch die Börsen belasten. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung in Peking ihre Rüstungsausgaben um 11,2 Prozent erhöht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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