Börse Tokio
Nikkei-Index schließt auf Sieben-Monats-Hoch

In Fernost haben sich gegen Ende die Optimisten durchgesetzt. Händler nannten als Grund die nächste Geldspritze der Europäische Zentralbank. Im Fokus stand zudem die Insolvenz eines Speicherchip-Herstellers.
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TokioAn den Märkten in Fernost hat sich Optimismus durchgesetzt. Der Nikkei stieg am Dienstag auf ein Sieben-Monats-Hoch. Händler hoffen auf die nächste Liquiditätsspritze durch die Europäische Zentralbank. Am Mittwoch ist die Ausgabe weiterer, billiger Dreijahres-Kredite für Banken vorgesehen. Das könnte den Risikoappetit wiedererwecken.

Zunächst hatte jedoch der hohe Ölpreis und der wieder stärkere Yen die Freude an riskanten Investitionen gedämpft. Auch die G20-Länder warnten bereits davor, dass die Rally am Ölmarkt das weltweite Wachstum gefährden könne. "Die Märkte sind zu stark gestiegen und nun könnte von Zeit zu Zeit eine Konsolidierung stattfinden", sagte Chefökonom Xiao Minjie von FuNNeX Asset Management.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,9 Prozent höher auf 9722 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index rückte 0,4 Prozent auf 838 Punkte vor. Auch die Aktienmärkte in Singapur, Südkorea, Taiwan, China verzeichneten Gewinne. Lediglich die australische Börse und Shanghai tendierten im Minus. In Australien führten die Energiewerte die Verlierer an. Zudem stand die Billabong-Aktie im Fokus. Der Hersteller von Surferkleidung wies ein erhöhtes Übernahmegebot von Finanzinvestor TPG Capital zurück. Der Anteilsschein ging mit einem Minus von 2,3 Prozent aus dem Handel.
In Japan schauten Börsianer auf Elpida. Der letzte verbliebene Speicherchip-Hersteller Japans hatte am Montag Gläubigerschutz beantragt. Nachdem eine Welle von Verkaufsofferten einging, wurde die Elpida-Aktie vom Handel ausgesetzt, nachdem sie ein Viertel ihres Wertes eingebüßt hatte. Im Sog ging es auch für andere Chipwerte und Elpida-Zulieferer abwärts. Die Anteilsscheine von Micronics verloren 3,7 Prozent. Die Papiere des Technologiekonzerns NEC büßten knapp 1,9 Prozent ein.

Es gab jedoch auch Profiteure der Elpida-Insolvenz. Der größte Vermarkter von Samsung-Chips in Japan, Tomen Devices, stieg um 1,5 Prozent. Zu den Gewinnern gehörte auch Isuzu Motors, die nach einem Lob von Credit Suisse mit Gewinnen von mehr als drei Prozent aus dem Handel gingen.

Der Euro gewann im asiatischen Handel. Die europäische Einheitswährung tendierte mit 1,3432 nach 1,3397 Dollar im späten New Yorker Handel. Vor der neuen EZB-Liquiditätsflut hielten sich Händler allerdings zurück. Die erneute Herabstufung Griechenlands durch Standard & Poor's habe kaum Einfluss auf das Marktgeschehen gehabt, hieß es. Der Dollar wurde zur japanischen Währung mit 80,31 Yen gehandelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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