Börse Tokio
Nikkei-Index sinkt mehr als ein Prozent

Die Aktienmärkte in Fernost geben in den meisten Ländern nach. Die Stimmung in der japanischen Industrie wird besser, doch das ignorierten die Akteure.
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TokioSpekulationen auf ein rasches Ende des ultrabilligen Geldes aus den USA haben die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten getrübt. Immer mehr Anleger halten es für möglich, dass die US-Notenbank Federal Reserve schon bei ihrer Sitzung in dieser Woche beschließt, die Staatsanleihenkäufe von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar zu drosseln, und damit die geldpolitische Wende in der weltweit führenden Volkswirtschaft einleiten. "Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent, dass die Fed ihre Käufe reduziert", sagte Shane Oliver von AMP Capital in Sydney. An der Tokioter Börse gab der Leitindex Nikkei 1,6 Prozent auf 15.152 Zähler nach.

Für eine Drosselung der Geldflut durch die Fed spreche die bessere Lage am US-Arbeitsmarkt und die nach dem Haushaltskompromiss geschwundene Gefahr, dass staatliche Ausgabenkürzungen nach dem Rasenmäherprinzip die Wirtschaft abwürgen, sagte Oliver. "Ich denke, sie sollten in den sauren Apfel beißen und den Prozess einleiten, um die Seifenoper 'Werden sie nun die Wende beschließen oder nicht' zu beenden."

An der Börse steigt jedenfalls die Nervosität: Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans verlor 0,3 Prozent. In den vergangenen Monaten hatten die Börsen der Schwellenländer von der Dollar-Schwemme der Fed profitiert.

In China verlor der CSI 300 1,4 Prozent, der Index der Börse Shanghai verlor 1,6 Prozent. Die Industrie in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hatte zum Jahresende an Fahrt verloren, der Markit/HSBC-Einkaufsmanagerindex sank auf 50,5 Zähler von 50,8 Punkten im November. Damit signalisiert er kaum noch Wachstum in dem Sektor, hält sich aber den fünften Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Trotz guter Konjunkturdaten gab auch der Nikkei in Tokio nach. Der breiter gefasste Topix verlor 1,3 Prozent auf 1222 Punkte. Dabei hat sich die Stimmung in der japanischen Wirtschaft einer Umfrage der Bank von Japan zufolge deutlich verbessert.

Die großen Unternehmen sind so optimistisch wie seit sechs Jahren nicht mehr, die kleinen Firmen - die den Großteil der Arbeitsplätze stellen - sogar so zuversichtlich wie seit 1992 nicht. "Die Grundlagen der Erholung werden zum Ende des Jahres hin stärker", sagte Masamichi Adachi, Volkswirt der Großbank JPMorgan in Tokio. Das sind gute Nachrichten für Ministerpräsident Shinzo Abe, der durch massive Konjunkturstützen zusammen mit der Notenbank die Wirtschaft aus ihrer seit Jahrzehnten lähmenden Deflation holen will.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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