Börse Tokio: Nikkei-Index steigt auf Halbjahreshoch

Börse TokioNikkei-Index steigt auf Halbjahreshoch

Der japanische Yen hat erneut gegen den Dollar verloren. Das macht den Anlegern an der Börse in Tokio Hoffnung. Besonders profitieren Exportwerte wie Canon und Toyota. Auch Konjunkturdaten aus China wirken ermutigend.
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TokioErmutigende Konjunkturdaten aus China haben den asiatischen Aktienbörsen am Donnerstag Rückenwind gegeben. "Die Daten legen nahe, dass das Wachstum Chinas im dritten Quartal die Talsohle durchschritten hat und die Aussichten für mittelständische Firmen in China sich aufhellen", sagte Naohiro Niimura von Market Risk Advisory.

Chinas Industrie ist laut einer Umfrage im November erstmals seit mehr als einem Jahr wieder gewachsen. Der am Donnerstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC kletterte in diesem Monat nach vorläufigen Daten auf 50,4 Punkte.

Zuletzt hatte das Barometer die Schwelle von 50 Punkten, ab der ein Wachstum angezeigt wird, den Angaben nach vor 13 Monaten übersprungen. "Dies bekräftigt, dass die wirtschaftliche Erholung zum Jahresende weiterhin an Fahrt gewinnt", kommentierte Qu Hongbin von HSBC die Daten. Allerdings befinde sich die Erholung noch in einem frühen Stadium.

Die Optimisten an den Märkten wurden zudem gestärkt durch die Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas. Ferner setzten die Anleger verstärkt darauf, dass es nach den jüngsten Verzögerungen in der kommenden Woche eine Einigung der Euro-Länder über die Griechenland-Hilfe geben wird. Dies gab auch dem Euro Auftrieb, der leicht zulegte auf 1,2848 Dollar.

Am Tokioter Aktienmarkt ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,6 Prozent höher auf knapp 9367 Punkten aus dem Handel. Dies war der höchste Schlussstand seit sechseinhalb Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,2 Prozent auf 776 Zähler.

Auftrieb gab hier auch der anhaltende Wertverlust des Yen, der die Nachfrage nach Exportwerten beflügelte. Der Yen tendierte zum Dollar zwischenzeitlich auf dem tiefsten Stand seit siebeneinhalb Monaten, weil viele Anleger davon ausgingen, dass die japanischen Notenbank nach der Parlamentswahl im Dezember zu einer aggressiveren Stimulierung der Konjunktur gedrängt wird. Diese Aussicht locke zunehmend auch wieder ausländische Investoren an den Markt, sagte Tetsuro Ii, Chef von Commons Asset Management.

Gefragt waren unter anderem die Anteilscheine von Canon, die sich um 3,3 Prozent verteuerten. Die Aktien von Toyota gewannen 2,3 Prozent, obwohl der Autobauer etwa 160.000 Pickups in den USA und Kanada in die Werkstätten rief, weil die unter den Fahrzeugen befestigten Ersatzreifen abfallen könnten. Am Freitag bleiben die Finanzmärkte in Japan feiertagsbedingt geschlossen. Dies war in den USA bereits an diesem Donnerstag der Fall wegen des Feiertages Thanksgiving.

Auch an den anderen Börsen in Fernost ging es bergauf. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum mit Ausnahme Japans zog 0,7 Prozent an.

 

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