Börse Tokio: Nikkei-Index verliert leicht

Börse Tokio
Nikkei-Index verliert leicht

Trotz starker Vorgabe aus den USA war die Laune in Tokio gedämpft. Der MSCI-Index erreicht dagegen ein Vier-Monats-Hoch.
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TokioDie Aktienmärkte in Fernost haben am Dienstag nach Äußerungen von Fed-Präsidentin Janet Yellen überwiegend zugelegt. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans lag 0,5 Prozent im Plus und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte Dezember.

Die US-Notenbankchefin hatte gesagt, die US-Wirtschaft sei noch nicht so weit wie erhofft. Deshalb seien noch einige Zeit Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur notwendig. Analysten zufolge wollte Yellen damit offenbar der Erwartung einer raschen Zinserhöhung nach dem Auslaufen des Wertpapier-Ankaufprogramms entgegenwirken.

Für gute Stimmung sorgten auch Konjunkturzahlen aus China. Der offizielle Einkaufsmanager-Index der chinesischen Statistikbehörden erholte sich weiter und stieg auf 50,3 Zähler im März, nach 50,2 im Februar. Dieser Index konzentriert sich vor allem auf größere staatliche Konzerne. Ein Wert über 50 bedeutet Wachstum.

Eine Umfrage bei kleineren und privaten Unternehmen in China deutete dagegen auf eine weiter schwache Binnennachfrage hin: Der Einkaufsmanager-Index von Markit und HSBC fiel im März auf 48,0 Zähler nach 48,5 im Februar. Damit liegt der Index seit Januar unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes im ersten Quartal werde wahrscheinlich das Ziel von plus 7,5 Prozent in diesem Jahr verfehlen, teilte HSBC mit. Dies kurbelte Spekulationen an, die chinesische Regierung werde Programme auflegen, um die Konjunktur anzuschieben.

In Japan folgte der Nikkei-Index nicht dem allgemeinen Trend und fiel 0,24 Prozent auf 14.791 Punkte. Hintergrund war ein am Dienstag veröffentlichter Konjunkturbericht (Tankan) der japanischen Notenbank, demzufolge sich die Erholung der Wirtschaft verlangsamte. Im zweiten Quartal werde sich die Stimmung voraussichtlich eintrüben, weil ab April eine höhere Umsatzsteuer gelte. Der Index für das Vertrauen der Konzerne in die Wirtschaft kletterte zum Vorquartal um einen Punkt auf plus 17 Zähler. Experten hatten mit 18 Zählern gerechnet.

In Japan ist die Umsatzsteuer zum 1. April von fünf auf acht Prozent gestiegen, was Waren und Dienstleistungen voraussichtlich verteuern wird. Darunter dürften vor allem die Automobilbranche und die Einzelhändler leiden. In einer zweiten Stufe soll der Steuersatz auf zehn Prozent angehoben werden. Mit der Steuererhöhung versucht die Regierung, die galoppierende Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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