Börse Tokio
Nikkei-Index verliert mehr als ein Prozent

Die Aktienkurse in Japan geben wieder nach. Die Anleger schauen besorgt auf den Ölpreis und die Geldpolitik der US-Notenbank. Zu den Gewinnern gehört ein Boeing-Lieferant. Sony-Aktien verlieren im Markttrend.
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TokioSpekulationen über eine Straffung der US-Geldpolitik haben am Donnerstag die asiatischen Aktienmärkte belastet. Alle wichtigen Indizes lagen deutlich im Minus. Die US-Notenbank könnte ihr milliardenschweres Programm zum Ankauf von Anleihen drosseln oder stoppen, bevor es die erhoffte Wende am Arbeitsmarkt gebracht hat.

Mehrere Fed-Mitglieder hätten die Einschätzung geäußert, das Programm könnte aus Kosten- oder Effizienzgründen zurückgefahren oder gar eingestellt werden müssen, bevor Job-Zielmarke erreicht worden sei, hieß es am Mittwoch in den jüngsten Sitzungsprotokollen der Fed.

Auch Gerüchte, nach denen sich ein Hedgefonds in großem Stil von seinen Anlagen trennen will, sorgte bei Investoren für Vorsicht. Ein Devisenexperte sagte in Tokio, alle hätten von dem Gerücht gehört, aber niemand habe belastbare Nachrichten.

Der MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans gab 1,7 Prozent ab. Besonders deutlich verlor die Börse in Shanghai, wo der Leitindex um fast drei Prozent nachgab. Auch dort waren Anleger besorgt, dass die chinesische Notenbank eine strengere Geldpolitik verfolgen könnte. In Tokio verlor der Nikkei 1,4 Prozent auf 11.309 Punkte. Investoren trennten sich auch vom Euro, der bei 1,3263 Dollar tendierte, nach 1,3283 Dollar am Mittwochabend in New York.

Viele Aktienbörsen hatten seit Ende des vergangenen Jahres deutliche Gewinne verbucht, weil Sorgen wegen des US-Haushaltsstreites und der Schuldenkrise in Europa nachließen. Zudem hofften viele Anleger darauf, dass die Weltkonjunktur an Fahrt gewinnt. Analysten sagten nun, es sei der richtige Zeitpunkt, um Gewinne mitzunehmen.

In Tokio, wo es seit Wochen eine Rally gibt, gerieten vor allem Exportwerte unter Druck. So gaben Panasonic -Papiere um 1,75 Prozent nach. Bei Toshiba betrug das Minus 1,9 Prozent. Auf den Verkaufslisten standen auch die Baumaschinenhersteller Komatsu und Hitachi Construction Machinery. Ihr US-Konkurrent Caterpillar hatte zum Jahresende 2012 einen geringeren Umsatz verbucht.

Komatsu-Aktien sanken um über vier Prozent. Hitachi-Papiere fielen um 3,4 Prozent. Sony-Aktien verlieren dagegen nur knapp zwei Prozent und liegen damit im Markttrend.

In einem Präventivschlag gegen Microsoft hat Sony in New York erstmals seit sieben Jahren eine neue Spielkonsole enthüllt. Die mit großer Spannung erwartete PlayStation 4 soll den Rückgang der Nutzerzahlen mit dem Streamen von auf Servern veranstalteten Spielen und einer Touchscreen-Steuerung eindämmen.

Der Nachfolger der PlayStation 3 wird sich vor allem im Kampf gegen Microsofts Überarbeitung der marktführenden XBox behaupten müssen, die in diesem Sommer erwartet wird. Der Walkman-Erfinder machte in der Nacht zum Donnerstag jedoch zunächst keine Angaben zum Verkaufspreis der PlayStation 4, in die er fünf Jahre Entwicklungszeit investiert hat.

Die Spielkonsolenbranche hat schwer darunter zu leiden, dass viele Menschen mittlerweile auf Smartphones und Tablets wie dem iPad von Apple spielen. Für Sony ist der Erfolg der neuen Konsole besonders entscheidend, da der Konzern derzeit mit großen Problemen im Fernsehgeschäft und anderen Sparten zu kämpfen hat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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