Börse Tokio: Nikkei ist nicht zu bremsen

Börse Tokio
Nikkei ist nicht zu bremsen

Trotz Konjunktursorgen können die Börsen in Asien deutlich zulegen. Der schwächere Yen treibt die Aktien von Exportunternehmen Japans. Allerdings ist die Politik des billigen Geldes nicht unumstritten.
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TokioNach einer turbulenten Woche haben die asiatischen Aktienmärkte Gewinne verzeichnet. In fast allen Ländern legten die wichtigsten Barometer zu, obwohl weiterhin schwache Konjunkturdaten Sorgen um die weltweite Erholung schüren. Der japanische Nikkei-Index schloss 0,73 Prozent fester bei 13.316 Punkten, der breiter gefasste Topix legte 0,33 Prozent auf 1126 Punkte zu. Händler machten dafür auch den schwächeren Yen verantwortlich, der den Exportunternehmen des Landes zugute kommt. "Wenn alles gut geht und Japan nicht von den G20-Staaten für seine aggressive Geldpolitik kritisiert wird, könnte die Währung weiter nachgeben und die Aktien von großen Unternehmen attraktiv werden lassen", sagte Yoshiyuki Kondo von Daiwa Securities.

Beim ersten Tag des Treffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wurde Japan nach Angaben von Finanzminister Taro Aso nicht kritisiert. Japan pocht darauf, dass seine lockere Geldpolitik nur darauf abzielt, die seit Jahrzehnten anhaltende Deflation zu durchbrechen und nicht die Währung abzuwerten. Der Yen notierte am Freitag zum Dollar bei 98,63 und damit ungefähr ein halbes Prozent schwächer als am Vortag. Der Aufwärtstrend des Dollar zum Yen sei intakt, aber darüber hinaus sei unklar, wie es mit der US-Währung weitergehe, sagte Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. Die jüngsten schwächeren Konjunkturdaten schmälerten die Aussichten darauf, dass die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ändere. In der vergangenen Woche hatten etwas mehr Menschen in den USA erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet.

Exportunternehmen wie Sony mit plus 1,7 Prozent oder Toyota mit plus 0,9 Prozent waren bei den Anlegern gefragt. Sie profitieren von der schwächeren Währung, weil sie so ihre Produkte im Ausland günstiger verkaufen können, ohne Gewinneinbußen hinnehmen zu müssen. Auch Internet-Unternehmen wie CyberAgent mit plus 3,4 Prozent oder Colopl mit plus 1,4 Prozent wurden gekauft.

Außerhalb Japans legten die Aktien zu, der entsprechende MSCI-Index gewann gut ein Prozent. Besonders stark ging es in China nach oben: Der Index der Börse Shanghai legte 2,2 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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