Börse Tokio
Nikkei nach Zinsentscheid ohne Richtung

An der Börse in Tokio zeigten sich die Händler vor und nach dem Zinsentscheid der Notenbank richtungslos. Der Nikkei pendelt um die Nulllinie und feil zum Handelsschluss geringfügig zurück.
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TokioDie Tokioter Börse hat am Freitag etwas tiefer geschlossen. Die japanische Zentralbank stellte trotz der Wirtschaftskrise im Zuge des Jahrhundertbebens vorerst keine weiteren Konjunkturhilfen in Aussicht. Die anderen asiatischen Aktienmärkte zeigten keine einheitliche Tendenz. Am Devisenmarkt legte der Euro leicht zu.

In Tokio gab der Nikkei-Index der 225 führenden Werte seine Anfangsgewinne nach dem Zinsentscheid der Bank of Japan (BOJ) ab und ging mit einem Minus von 0,14 Prozent bei 9607 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 0,5 Prozent schwächer bei 827 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Taiwan und Singapur lagen im Minus. Dagegen verbuchten die Börsen in Südkorea und Hongkong leichte Gewinne. Der Aktienmarkt in Shanghai notierte unverändert.

Die japanische Zentralbank hielt zwar wie von Experten erwartet an ihrer Nullzinspolitik fest, erteilte aber zugleich einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik eine Absage. Auch ihre Prognose für die Wirtschaftsentwicklung änderten die Währungshüter nicht. Sie rechnen weiter damit, dass ein langwieriger Abschwung verhindert werden kann. Die Notenbank hatte zuletzt ihre Bereitschaft signalisiert, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, sollte das Beben die Wirtschaft stärker als erwartet belasten. Als möglich wurde etwa ein weiterer Ankauf von Wertpapieren erachtet.

Japan war im ersten Quartal wieder in die Rezession gerutscht. Wegen Lieferengpässen in der Industrie nach dem Beben am 11. März und drohender Stromausfälle im Sommer wird die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt wohl erst in der zweiten Jahreshälfte wieder auf die Beine kommen.

Zu den Verlierern am Markt gehörten die Energieversorger. Hier belastete die Aussicht, dass der Betreiber des bei dem Beben havarierten AKW Fukushima, Tepco, einen Rekordverlust für das im März abgelaufene Geschäftsjahr ausweisen werde. Die Tepco-Aktie verlor im Handelsverlauf zunächst ein Prozent, schloss dann aber zwei Prozent im Plus. Die Titel des Rivalen Chubu Electric Power büßten knapp fünf Prozent ein. Die Papiere von Kansai Electric Power gaben ebenfalls fünf Prozent nach. Sie litten zusätzlich unter der Debatte über eine schärfere staatliche Regulierung.

In New York hatten die Börsen zuvor fester geschlossen.

Am Devisenmarkt tendierte der Euro etwas fester: Mit einem Kurs von 1,4316 Dollar konnte die Gemeinschaftswährung ihre Vortagsgewinne behaupten. Der Dollar blieb unter Druck, nachdem Konjunkturdaten darauf deuteten, dass die US-Notenbank noch eine Weile an ihrer Null-Zins-Politik festhalten dürfte.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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