Börse Tokio: Nikkei schließt im Minus - Spekulationen um Intervention

Börse Tokio
Nikkei schließt im Minus - Spekulationen um Intervention

Die Tokioter Börse hat am Mittwoch leichte Verluste verzeichnet. Thema an der Börse war einerseits eine mögliche Intervention am Devisenmarkt, andererseits der Streit zwischen Japan und China um eine Inselgruppe.
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HB HONG KONG/TOKIO. Die Aussicht auf weitere Konjunkturstützen der US-Notenbank Fed hat den Aktienkursen in Fernost am Mittwoch größtenteils Auftrieb gegeben. Der MSCI-Index für die Aktienmärkte der Region Asien/Pazifik mit Ausnahme Japans notierte 0,6 Prozent im Plus. Im September hat das Marktbarometer bereits zehn Prozent zugelegt. Weitere Kursgewinne des Yen drückten dagegen die Börse in Tokio ins Minus. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss 0,4 Prozent tiefer auf 9566 Zählern, der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 0,4 Prozent auf 847 Punkte.

Zu den Verlierern zählten insbesondere die Kurse von exportlastigen Unternehmen, die unter dem hohen Yen-Kurs leiden. So verloren Honda 1,6 Prozent und Canon 1,2 Prozent.

Der Kursrückgang des Dollar zum Yen nährte allerdings zugleich die Erwartung, dass Japan erneut am Devisenmarkt intervenieren könnte, um den heimischen Exporteuren zu helfen.

Ministerpräsident Naoto Kan sagte der „Financial Times“, im Falle drastischer Wechselkursbewegungen sei ein Eingriff unvermeidlich. Er fügte hinzu, die Regierung plane ein Komplettpaket an Maßnahmen, um die Inlandsnachfrage anzukurbeln und zur Schwächung des Yen beizutragen.

Unter Druck geriet der Dollar durch zurückhaltende Äußerungen der Fed zur Konjunkturentwicklung. Das Tempo der wirtschaftlichen Erholung wird nach Einschätzung der Zentralbanker vorerst moderat bleiben.

Der Dollar fiel zur japanischen Währung unter die 85-Yen-Marke und notierte mit 84,89 Yen. Der Euro stieg in Fernost auf 1,3292 Dollar von 1,3254 Dollar im späten New Yorker Handel am Dienstag. „Ich bezweifle, dass der Markt aufhören wird, den US-Dollar zu verkaufen, bevor die US-Konjunkturdaten wieder besser werden“, sagte Währungsstratege Greg Gibbs von Royal Bank of Scotland.

Die Fed hatte auf ihrer Zinssitzung zwar keine neue milliardenschwere Geldspritzen zur Stärkung der Wirtschaft beschlossen. Sie hatte jedoch angekündigt, bei einer Eintrübung der Konjunkturlage geldpolitisch nachzulegen. Einige Experten rechnen damit, dass es bereits Anfang November so weit sein wird. Investoren könnten sich damit zu günstigen Konditionen mehr Geld leihen und in riskantere Anlagen wie Aktien investieren. Davon würden auch die asiatischen Börsen profitieren, sagte Volkswirt Dariusz Kowalczyk von Credit Agricole CIB.

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