Börse Tokio
Nikkei schließt im Minus

Die Tokioter Börse ist mit Abschlägen in die neue Woche gestartet. Die jüngste geldpolitische Straffung in China überraschte kaum. Der Euro notierte nach Parlamentswahl in Finnland schwächer.
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TokioDie asiatischen Aktienmärkte haben die Woche im Minus begonnen. Während die Märkte außerhalb Japans nur kleine Verluste verbuchten, drückten Telekommunikationswerte die Börse in Tokio am Montag stärker ins Minus. Die jüngste Straffung der Geldpolitik in China perlte an den Investoren ab. Der Erfolg der Euro-skeptischen Partei Wahre Finnen bei der Parlamentswahl in dem nordischen Land sowie weitere Spekulationen über eine Umschuldung Griechenlands lasteten auf dem Euro. Die Gemeinschaftswährung gab auf 1,4377 Dollar nach.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel 0,36 Prozent niedriger bei 9556 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,59 Prozent auf 836 Zähler.

Die Börsen in Taiwan, Südkorea und Hongkong lagen im Minus, während die Märkte in Singapur und Shanghai nahezu unverändert tendierten.

Bei den Einzelwerten stand in Japan der Telekomriese NTT im Fokus nachdem Goldman Sachs die Aktie heruntergestuft hatte. Das Papier gab ein Prozent nach. Goldman Sachs geht davon aus, dass der Konzern die Auswirkungen der Naturkatastrophen für dieses Jahr nicht rechtzeitig bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz in einigen Wochen abschätzen kann. Der Markt werde bei der anstehenden Bilanzsaison verstärkt auf die Ausblicke achten, sagte Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities. „Wir wissen, dass das letzte Geschäftsjahr nicht gut war. Der Markt wird daher wohl empfindlich auf Aussagen zu diesem Geschäftsjahr reagieren.“ Anleger in Tokio hatten auch einmal mehr die Aktien des AKW-Betreibers Tepco im Blick. Der Konzern erklärte, es sei noch keine Entscheidung über den Verkauf der Beteiligung am Mobilfunkbetreiber KDDI getroffen worden. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ hatte am Sonntag berichtet, Tepco wolle seine KDDI-Beteiligung veräußern, um die Entschädigungen nach der Atomkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima bezahlen zu können. Sowohl Tepco-Papiere als auch KDDI-Anteilsscheine verloren jeweils 0,4 Prozent.

Die jüngste Straffung der Geldpolitik in China traf die Anleger in Fernost nicht unerwartet. Angesichts steigender Inflation bei schier ungebremsten Wirtschaftswachstum erhöhte die chinesische Zentralbank am Sonntag erneut den Prozentsatz für Reserven, die große Banken bei ihr vorhalten müssen. Damit soll dem Markt unmittelbar Liquidität entzogen werden, weil die Banken so weniger Geld zur Kreditvergabe zur Verfügung haben.

Neue Sorgen über die Schuldenprobleme in der Euro-Zone belasteten den Euro. In Finnland legte die euro-skeptische Partei Wahre Finnen bei der Parlamentswahl deutlich zu und wird wohl Mitglied der künftigen Regierungskoalition werden. Die Wahren Finnen haben angekündigt, dem EU-Rettungspaket für Portugal nicht zuzustimmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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