Börse Tokio
Nikkei schließt nach S&P-Drohung im Minus

Anleger in Asien sind durch den Schritt der US-Ratingagentur Standard & Poor's verunsichert. Der Nikkei schließt mit 1,4 Prozent im Minus. Abwärts ging es auch an den Börsen in Hongkong, Taiwan und Shanghai.
  • 5

TokioDie Börsen in Asien haben am Dienstag mit Kursabschlägen auf die drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands und praktisch aller Euro-Zonen-Länder reagiert. In einem beispiellosen Schritt versah die Ratingagentur S&P alle diese Staaten mit einem negativen Ausblick, was binnen drei Monaten eine Herabstufung nach sich ziehen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die am Montag in Paris über ihr gemeinsames Vorgehen in der Schuldenkrise berieten, bekräftigten in einer gemeinsamen Erklärung ihren Willen, die Euro-Zone mit allen notwendigen Maßnahmen zu stabilisieren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,4 Prozent im Minus bei 8.575 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 1,4 Prozent auf 738 Punkte. Abwärts ging es auch an den Börsen in Südkorea und Taiwan, Hongkong, Singapur und Shanghai, wo die Aktienmärkte zwischen 0,4 und zwei Prozent nachgaben.

„Wir treten in eine kritische Phase ein“, sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities. „Die Märkte erwarten positive Signale vom Treffen der europäischen Regierungschefs in dieser Woche und sobald es Anzeichen gibt, dass Entscheidungen aufgeschoben werden könnten, hat das negative Auswirkungen auf die Märkte.“ Bei den Einzelwerten gehörte Olympus zu den Gewinnern. Der in einen Bilanzskandal verwickelte Hersteller von Kameras und medizintechnischen Geräten wird wahrscheinlich an der Börse gelistet bleiben dürfen. Eine Untersuchungskommission schloss eine Verbindung zum organisierten Verbrechen aus und empfahl gegen die Verantwortlichen rechtliche Schritte einzuleiten. Olympus hatte eingeräumt, in den vergangenen Jahren Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe falsch ausgewiesen zu haben.

Die Aktie des Unternehmens gewann gut neun Prozent Die Ankündigung des japanischen Autobauers Toyota, am Freitag einen revidierten Ausblick für das Geschäftsjahr bis März 2012 zu veröffentlichen, sorgte für Unsicherheit bei den Anlegern.

Die Flut in Thailand sorgte besonders bei japanischen Autoherstellern für Engpässe und zwang Toyota, die Prognose zurückzuziehen. Das Papier des VW-Konkurrenten gab 2,1 Prozent nach.

Der Euro verlor angesichts des negativen S&P-Ausblicks für die meisten Länder der Euro-Zone im fernöstlichen Handel im Vergleich zum Dollar. Die europäische Einheitswährung wurde für 1,3371 Dollar gehandelt und büßte im Vergleich zum Höchststand am Vortag rund einen Cent ein.

Die Aktienmärkte in den USA hatten am Montag fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index ging 0,7 Prozent höher bei 12.098 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,0 Prozent auf 1.257 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 2.655 Punkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Nikkei schließt nach S&P-Drohung im Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ### DIE NEUE WELTORDNUNG #####

    Je näher man dem Spielende kommt, um so mehr verschärfen sich die Spielregeln. Die aktuelle Krise wurde gemacht, damit sich in der EU endlich die Spreu vom Weizen trennt.

    - in der 1. Runde sind GR und I ausgeschieden, sie wurden von den Illuminaten direkt und vorbei am Parlament übernommen.

    - in der jetzigen 2. Runde verschärft man das Spiel durch die Rating Agenturen S&P.

    Mal sehen, wer dann ausscheiden wird?

    England ist schon lange draußen, denn man hat sie nicht einmal mitspielen lassen.

    Und wer am Ende noch überbleibt, wird der Regierende von Europa sein. England kann es nicht werden, sie waren nie im Spiel. Frankreich kippelt schon und wird die anstehende Spielverschärfung nicht überstehen.

    Ist dann ja nicht merh so schwer heraus zu bekommen, wer noch über bleibt *gggg*





  • Sollte nicht eigentlich auch das Rating der USA überprüft werden???

  • Eine Krise kann auch als eine Chance verstanden werden wenn man die Sachen so ändert dass es dann besser läuft als vor der Krise.
    Die wichtigste Änderung wäre dass die Merkozy-Clowns, die uns am Abgrund geführt haben, zurucktreten und die Entscheidung anderen überlassen, die im Gesamtinteresse der Währungsunion entscheiden und nicht nur im eigenen Interesse.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%