Börse Tokio
Nikkei schließt tief im Minus

Die Sorgen über eine weitere Verschlimmerung der europäischen Schuldenkrise haben die Aktienmärkte in Fernost fest im Griff.
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Anleger befürchteten, dass Spanien ganz unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen muss. Zudem trauen sie Griechenland immer weniger zu, die Auflagen für die Hilfsgelder zu erfüllen. Enttäuschende Geschäfte von US-Konzernen in Europa und verhaltene Ausblicke hatten bereits den US-Börsen Kursverluste eingebrockt. "Es gibt im Moment wirklich nichts, was den Markt unterstützen könnte und es sieht so aus, als ob er noch leicht unter die Tiefstände von Juni sinken wird", sagte Hiroyuki Mutsuro mit Blick auf den japanischen Aktienmarkt. Auch der Euro sank weiter im Sog der Schuldenkrise. Die Gemeinschaftswährung notierte bei rund 1,2057 Dollar.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent schwächer bei 8365 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 1,6 Prozent nach auf 706 Zähler. Der MSCI-Index für Aktien in Asien außerhalb Japans lag rund ein Prozent im Minus.
In Südkorea ließen die Befürchtungen, die europäische Schuldenkrise könnte weltweit die Unternehmensgewinne belasten, die Kurse auf ein Jahrestief fallen. Auch in Australien hielten sich die Aktienhändler zurück, weil sie eine zurückgehende Nachfrage nach Rohstoffen erwarteten. Nach unten zeigten auch die Kursbarometer in Singapur, Shanghai und Hongkong. Malaysia trotzte mit einem geglückten Börsenstart bereits das zweite Mal in diesem Jahr der Flaute an den Aktienmärkten. Beim bislang drittgrößten IPO sammelte der malaysische Krankenhausbetreiber IHH Healthcare umgerechnet 1,74 Milliarden Euro ein.

Nach dem Warnschuss an Deutschland senkte Moody's in der Nacht auf Mittwoch auch den Ausblick für das vorläufige Rating des europäischen Rettungsfonds EFSF auf "negativ" von "stabil". Der Schritt sei eine Folge der schwächer eingestuften Aussichten für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg, hieß es zur Begründung.
Bei den Einzelwerten verbuchten in Tokio vor allem Technologie-Aktien Verluste. Die Aktie des Chipherstellers Toshiba verlor mehr als sieben Prozent, nachdem Apple im abgelaufenen Quartal weniger iPhones als erwartet verkauft hatte. Zuvor hatte der japanische Konzern die Produktion seiner Speicherchips wegen eines Überangebots am Markt um 30 Prozent gekappt. Mehrere Zulieferer von Apple gerieten ebenfalls unter Druck. Dazu gehörten Murata, Foster, Ibiden, Seiko Epson und Taiyo Yuden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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