Börse Tokio
Nikkei schüttelt Wall-Street-Vorgaben ab

Starke Finanzwerte und ein schwacher Yen bleiben die Haupttreiber der japanischen Börse. Der Nikkei-Index legte weitere drei Prozent zu. Short-Eindeckungen von erfolglosen Investoren treiben die Kurse zusätzlich an. Unterstützung versprechen sich die Anleger zudem von den Notenbanken in den USA und Japan liefern.

HB TOKIO. Unbeirrt von Kursverlusten an der New Yorker Börse hat der japanische Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend am Dienstag fortgesetzt. Der Nikkei-Index der 225 größten Werte gewann 3,2 Prozent und stieg auf 7 949 Punkte.

An der Wall Street hatten schlechte Nachrichten von American Express die Kurse am Montagabend noch zurückgeworfen. Nach Angaben des Kreditkartenanbieters hat sich die Zahl der Kreditausfälle in den USA im Februar beschleunigt. Der Dow-Jones-Index rutschte daraufhin von seinem Tageshoch bei fast 7400 Punkten noch deutlich ab und schloss am Ende 0,1 Prozent schwächer bei 7217 Punkten. Der S&P 500 gab 0,35 Prozent ab auf 754 Punkte, der Nasdaq-100 verlor fast zwei Prozent auf 1145 Zähler.

In Tokio wiederholte sich hingegen das Bild der vergangenen Tage: Gestützt von Finanzwerten und Aktien exportorientierter Unternehmen kletterte der Nikkei weiter nach oben. Durch die jüngsten Kursgewinne hat der japanische Index mehr als ein Drittel seiner Verluste seit Jahresanfang wieder aufgeholt. Analysten führen die Entwicklung zum Teil auf Short-Eindeckungen spekulativer Investoren zurück, die erfolglos auf weiter fallende Kurse, insbesondere von Finanzaktien, gewettet hätten.

Zudem schauten die Märkte erwartungsfroh auf die anstehenden Treffen der US-Notebank Fed und Bank of Japan, sagte Mitsushige Akino, Chef-Fondsmanager bei Ichiyoshi Investment Managers. „Sollten sie weitere Schritte beschließen, dürfte das den Markt zusätzlich antreiben. Und wenn der Nikkei daraufhin über die 8000er-Marke steigen sollte, wären weitere Short-Eindeckungen zu erwarten“, erwartet Achtkino. „Oder mit anderen Worten: Diejenigen, die verkaufen wollen, sind sehr vorsichtig.“

Die Hoffnung auf weitere Stützungsmaßnahmen durch die Bank of Japan trieb – gemeinsam mit guten Vorgaben von Bank of America und Citigroup sowie der britischen Barclays Bank – die Aktien japanischer Großbanken weiter an. Die Titel der größten Bank des Landes, Mitsubishi UFJ, sprangen um 8,6 Prozent an, die der Nr. 2 Mizuho gewannen fast sieben Prozent. Die Aktien von Sumitomo Mitsui legten ebenfalls 8,6 Prozent zu.

Neuerliche Kursverluste des japanischen Yen, der sich schrittweise der Marke von 100 Yen je Dollar annähert, sorgten bei Exportwerten für einen weiteren guten Tag. Pioneer-Aktien gewannen rund 8,5 Prozent, der Kamerahersteller Nikon verteuerte sich an der Börse um fast sechs Prozent. Auch Autoaktien bleiben in Tokio gefragt. Mit Zugewinnen von rund drei Prozent bewegten sich die Papiere von Toyota, Honda und Mazda im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt.

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