Börse Tokio
Nikkei schwingt sich auf Drei-Wochen-Hoch

Nach der feiertagsbedingten Pause startet die Börse in Tokio energisch in die neue Handelswoche. Die Ankündigung neuer Pläne zur Lösung der Krise in Europa gibt Zuversicht. Doch einige Händler bleiben skeptisch.
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TokioDie Aktienmärkte in Fernost haben am Dienstag klare Gewinne verbucht. Mit Schwung nahm die Börse in Tokio nach einem Feiertag den Handel wieder auf. Wie bereits zuvor in New York und Frankfurt legten die Kurse deutlich zu. Auslöser des Höhenflugs war die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, bis Ende des Monats umfassende Pläne zur Überwindung der Finanzkrise in Europa vorzulegen. Im Blick standen auch die zuletzt gebeutelten Exporttitel, die wieder mehr die Gunst der Anleger fanden. Nikon und Toyota hatten aber mit den Folgen der Überschwemmungen in Thailand zu kämpfen. Die Fluten zwangen den Kamerahersteller und den Autobauer zum Produktionsstopp.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio fast zwei Prozent im Plus bei 8773 Zählern, so hoch wie seit drei Wochen nicht mehr. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,8 Prozent auf 755 Punkte. Auch die Börsen in Südkorea und Singapur verbuchten Gewinne. Besonders deutlich nach oben zeigten die Aktienindizes in Hongkong und Taiwan . Shanghai trat dagegen auf der Stelle. In New York hatte der Dow Jones am Vorabend fast drei Prozent höher geschlossen.

Die Anleger nahmen die Initiative Deutschlands und Frankreichs dankbar als Hoffnungssignal dafür auf, dass ein Schaden für das weltweite Finanzsystem durch Griechenlands Schuldenmisere abgewendet werden kann. Merkel und Sarkozy wollen bis Ende des Monats ein Gesamtpaket zur Lösung der Euro-Schuldenkrise vorlegen.

Doch einige Händler sahen bei den Kursen nicht viel mehr Raum nach oben und begründeten dies mit anhaltender Skepsis, ob der Euro-Brandherd tatsächlich eingedämmt werden kann. „Die Märkte sind bei ihrem Anstieg durch Hoffnungen getragen und nicht so sehr durch die tatsächliche Politik“, sagte Yutaka Miura, Analyst bei Mizuho Securities. Unstimmigkeiten in den Reihen der Euro-Zone könnten jederzeit der Angst vor einem Schulden-Flächenbrand neue Nahrung geben. Ryota Sakagami von SMBC Nikko Securities verwies in dieser Hinsicht auf die Ungewissheit, ob die Slowakei am Dienstag als letztes Euro-Land dem Rettungsfonds zustimmt.

Gefragt waren in Tokio die Titel großer Exporteure wie Sony und Honda . Der Elektronikkonzern verteuerte sich um 5,2 Prozent, der Autohersteller um 5,5 Prozent. Bei Toyota -Papieren hielten sich die Gewinne mit 1,6 vergleichsweise in Grenzen und beim Kameraproduzenten Nikon entstand sogar ein Minus von nahezu vier Prozent. Wann Toyota und Nikon die Arbeit in dem vom schweren Überschwemmungen heimgesuchten Thailand wieder aufnehmen können, war zunächst ungewiss. Auch die Honda-Produktion war betroffen.

Die japanische Notenbank dämpfte am Dienstag die langfristigen Erwartungen für die Exporteure. Die schwächelnde Weltkonjunktur mache sich langsam in den Auftragsbüchern bemerkbar, erklärte die Zentralbank. Vor allem die Elektronikindustrie sei gefährdet. Ein positives Signal der japanischen Konjunktur erhielten die Märkte dagegen von den heimischen Verbrauchern, deren Vertrauen sich im September verbessert hat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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