Börse Tokio
Nikkei springt über 9.000 Punkte

Die Anleger in Asien feiern die Beschlüsse des EU-Gipfels. Der Nikkei dreht ins Plus und legt deutlich zu. Auch in China, Südkorea und Australien steigen die Kurse.
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TokioDer Durchbruch beim Brüsseler Gipfel hat an den Aktienmärkten in Fernost für Erleichterung gesorgt. In Tokio drehte der Nikkei-Index am Freitag nach anfänglichen Verlusten ins Plus und schloss erstmals seit sieben Wochen über der psychologisch wichtigen Markte von 9000 Punkten. "Das ist offensichtlich eine spontane Reaktion", sagte ein Händler. "Die große Frage ist nur, ob die Einigung tatsächlich etwas ändert." Nach stundenlangen Verhandlungen hatten die Regierungen der Euro-Zone den Weg für ein umfassendes Paket zur Stabilisierung der Währungsgemeinschaft freigemacht. Auch der Euro legte nach der Einigung zu.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,5 Prozent im Plus bei 9006 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 1,5 Prozent und verabschiedete sich bei 770 Punkten aus dem Handel. Auch an den Börsen in Shanghai, Singapur, Taiwan und Korea stiegen die Kurse. Mit einem Plus von mehr als zwei Prozent zeigte das zentrale Kursbarometer in Hongkong besonders deutlich nach oben.
Die 17 Staats- und Regierungschefs vereinbarten eine zentrale Bankenaufsicht für die Euro-Zone sowie eine Reihe von Maßnahmen, um den Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien zu nehmen. Zudem soll dem Rettungsfonds EFSF letztlich erlaubt werden, angeschlagene Banken direkt mit Kapital zu versorgen.
Davon profitierten in Fernost die Aktien von Finanzinstituten. So verteuerten sich die Anteilsscheine von Nomura Holdings um 3,9 Prozent, die von Mitsubishi UFJ um 1,6 Prozent und die von Mitsui Financial um gut 0,9 Prozent. Auch von der Wirtschaftslage stark abhängige Exporttitel waren gefragt: Der Autohersteller Toyota wurde 2,6 Prozent höher gehandelt, der Kameraproduzent Canon legte 1,8 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Erpressungsversuch seitens Italien und Spanien mit einem "Scheitern des Gipfels" - d.h. kein gemeinsames Abschlußkommunique - entbehrt nicht einer gewissen Komik.

    Denn unter der dadurch gegebenenfalls verusachten Verunsicherung der Märkte wüdren sie selbst am meisten leiden.

    Und nicht zuletzt auch deshalb weil ihre Unvernunft dann für alle Welt zu Tage treten würde.

  • Der Pessimismus wird sich erst dann legen, wenn die einschlägigen Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit sichtbar wiederhergestellt haben.

    Im Falle Deutschlands hat es etwa 6 Jahre gedauert bis die Agenda 2010 angefangen hat Früchte zu tragen.

    Und in Italien, Spanien, Portugal und Irland ist noch nicht einmal alles notwendige getan worden - in Frankreich und Griechenland noch weniger.

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