Börse Tokio
Nikkei stürzt auf Sechs-Monats-Tief

Die asiatischen Aktienmärkte müssen heute hohe Verluste hinnehmen. Die asiatischen Anleger misstrauen der Sanierungsbestreben Griechenlands. Der Nikkei verliert gut ein Prozent. Andere Märkte traf es härter.
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Tokio Wachsende Sorgen vor einer Griechenland-Pleite haben am Dienstag die Börsen in Asien belastet. Der japanische Nikkei-Index fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Anleger zweifeln immer stärker daran, dass die Regierung in Athen einen Staatsbankrott abwenden kann, und verkauften deswegen verstärkt als riskant geltende Titel. „Es könnte zu einer größeren Marktbereinigung kommen als nach dem Lehman-Schock“, sagte Analyst Hideki Amikura.

Auch Signale der Euro-Finanzminister, dass es wohl zur Auszahlung der nächsten Hilfstranche an Griechenland kommen werde, konnten die Märkte nicht beruhigen. Für Druck auf die Kurse sorgten auch die kräftigen Preisrückgänge bei Rohstoffen im Zuge vermehrter Anzeichen eines weltweiten Abschwungs.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Minus von knapp 1,1 Prozent auf 8456 Punkten und verzeichnete damit den dritten Tagesverlust in Folge. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 1,5 Prozent auf 736 Zähler. Auch an den übrigen asiatischen Börsen ging es teils deutlich bergab.

So stürzte die Börse in Südkorea  zwischenzeitlich um sechs Prozent ab. Die Märkte in Australien , Hongkong und Singapur lagen ebenfalls im Minus. Lediglich in Taiwan ging es bergauf. Händlern zufolge griffen Staatsfonds ein und kauften vor allem die Aktien von Schwergewichten wie dem Chiphersteller  TSMC .    

Investoren zeigten sich in Japan besorgt, dass der starke Yen die Gewinne japanischer Konzerne schmälert. Zum Yen verharrte der Euro nahe dem tiefsten Stand seit zehn Jahren bei Kursen um 101,28 Yen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,3217 Dollar nach einem New Yorker Schlusskurs von 1,3181 Dollar.

Zu den größten Verlierern an der Tokioter Börse gehörten erneut Finanzwerte, die bereits am Montag in New York wegen der Furcht vor einer Ansteckung durch die Schuldenkrise in Europa Federn lassen mussten. Im Sog der Morgan-Stanley -Verluste fielen die Aktien der Mitsubishi UFJ um 3,8 Prozent. Mitsubishi UFJ hält ein großes Aktienpaket an dem US-Institut. Unter den fallenden Rohstoffpreisen litten etwa die Papiere des Handelshauses Mitsubishi Corp , die um 5,7 Prozent nachgaben.

Die Anteilsscheine der Reederei Kawasaki Kisen rutschten um 3,9 Prozent ab. Das Unternehmen zog wegen einer geringeren Auslastung seine Geschäftsprognose zurück.

Annika Reinert
Vivien Marx
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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