Börse Tokio
Nikkei tief im Minus

Der japanische Yen ist wieder auf dem Weg nach oben - und reißt den Aktienmarkt damit in eine neue Krise. Der Nikkei-Index fällt - belastet durch hohe Verluste bei Exportwerten - um mehr als zwei Prozent. Die 9 000-Punkte-Marke wackelte.
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HB TOKIO. Die Börse in Tokio hat am Mittwoch beeinflusst von einem erneut stärkeren Yen schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende einen deutlichen Verlust von 201 Punkten oder 2,18 Prozent und ging beim Stand von 9 024 Punkten aus dem Markt. Der breit gefasste Topix gab um 13,93 Punkte oder 1,67 Prozent auf 820 Zähler nach.

Der Yen war zuvor gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Auch zum Euro zog der Außenwert der japanischen Währung an, was die wichtige Exportwirtschaft des Landes zunehmend belastet.

Der Euro notierte am Nachmittag zum Yen leichter bei 106,11-14 Yen nach 107,31-35 Yen am späten Vortag. Zum Dollar lag der Euro bei 1,2717-20 Dollar nach 1,2792-94 Dollar am Vortag. Der Dollar notierte zum Yen bei 83,43-46 Yen nach 83,89-90 Yen am Vortag.

In Tokio gehörten Elektronik-Ausrüster, Einzelhändler und Autobauer zu den größten Verlierern. Toyota-Aktien büßten 2,1 Prozent ein, Papiere von Honda 2,5 und Nissan 2,2 Prozent. Sony-Anteilscheine gaben 2,2 Prozent nach, Canon-Papiere um 2,1 Prozent.

Das Absacken des Dollar unter 84 Yen habe alle positiven Impulse, die von den guten Auftragseingängen der vergangenen Woche ausgegangen seien, völlig aufgehoben, sagte ein Händler. Auch Interventionssignale der japanischen Zentralbank konnten die Yen-Rally nicht stoppen.

Der Nikkei-Index werde bald die Marke von 9000 Punkten testen, sagte ein anderer Händler und führte als weitere Gründe für den schwachen Aktienmarkt die Verunsicherung über die Folgen der "Basel III" genannten Kapitalregeln für Banken und den innenpolitischen Machtkampf um die Führung der Regierungspartei an.

Ministerpräsident Naoto Kan muss sich in der kommenden Woche seinem Rivalen Ichiro Ozawa stellen. Am Markt wird das Ringen um die Macht in der Partei genau verfolgt, da es eine Kursänderung im Kampf gegen den Anstieg der Landeswährung, die immense Staatsverschuldung und die Wirtschaftsschwäche bedeuten könnte. Nach Angaben der Regierung bleibt die konjunkturelle Lage schwierig. Hinweise auf eine Erholung hätten sich zuletzt abgeschwächt.

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