Börse Tokio
Nikkei verbucht weiteren Gewinntag

Die Märkte in Asien sind mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Der Nikkei-Index erreichte zwischenzeitlich ein Fünf-Monats-Hoch. Viele Anleger blieben aber vorsichtig.
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HB TOKIO/HONGKONG. Die Stimmung an den Asien-Börsen ist weiterhin gut. Ein Grund für die Kursgewinne ist unter anderem der Euro-Rettungsschirm für das krisengeschüttelte Irland. Im Kampf gegen seine Banken- und Haushaltskrise war Irland am Sonntag unter den Rettungsschirm von EU und IWF geflüchtet. Teil der Aktion sind auch Hilfen für irische Banken, die wegen der Finanz- und Immobilienkrise in eine Schieflage geraten sind. Aus EU-Kreisen verlautete, das Hilfspaket für Irland werde wahrscheinlich einen Umfang von 80 bis 90 Milliarden Euro haben.

Zudem profitierte die Tokioter Börse von Berichten, wonach ausländische Investoren japanische Finanztitel und Standardwerte gekauft hätten. Allerdings verzeichneten die Börsen in Asien lediglich moderate Gewinne. Viele Anleger blieben vorsichtig, teils weil sie ihre Jahresaufschläge nicht riskieren wollten und teils weil sie sich noch um die Schuldenkrise in Portugal und Spanien sorgten. "Es gibt immer noch eine Menge Probleme in Europa", fasste Fondsmanager Alex Boggis die Bedenken zusammen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 10.115 Punkte. Das Marktbarometer stieg mit 10.136 Stellen kurzzeitig sogar auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 875 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Südkorea und Australien verzeichneten Gewinne. In China hingegen befanden sich die Börsen im Minus. Investoren sind von neuen Regeln am Immobilienmarkt und höheren Mindesteinlagen bei der Zentralbank verschreckt worden, die verhindern sollen, dass sich die Spekulationsblase ausweitet.

Neben der Irland-Hilfe verhalf vor allem die Yen-Entwicklung der Tokioter Börse zu Gewinnen. Seit die Landeswährung von ihrem 15-Jahres-Hoch zum Dollar Anfang November wieder zurückgefallen ist, ziehen die Kurse an. "Der Markt hat verstanden, wie zurückhaltend japanische Exporteure in Bezug auf eine Yen-Stärke geworden sind", sagte Fumiyuki Takahashi von Barclays Capital Japan. Zudem profitierte die Tokioter Börse von Berichten, wonach ausländische Investoren japanische Finanztitel und Standardwerte gekauft hätten.

Bei den Einzelwerten rückten die Aktien von Hitachi um 1,8 Prozent vor. Zuvor hatte die Zeitung "Sunday Times" berichtet, dass das Industrie-Konglomerat zu den bevorzugten Bietern für einen milliardenschweren Bahn-Auftrag in Großbritannien zähle.

Zu den größten Gewinnern gehörte auch der südkoreanische Chiphersteller Hynix Semiconductor, der mit einem Kursplus von knapp 5,9 Prozent schloss.

Die Finanzhilfen für die Iren beflügelten den Euro in Fernost. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg auf 1,3753 Dollar von 1,3683 Dollar am späten Freitag in New York. Zum Yen gab die US-Währung auf 83,41 Yen von 83,45 Yen am Freitag nach.

Die US-Börsen hatten am Freitag gut behauptet geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,2 Prozent auf 11.203 Punkte zu.

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