Börse Tokio
Nikkei verliert mehr als 300 Punkte

Das neue japanische Konjunkturpaket kann die Anleger nicht begeistern. Außerdem belastet die Unsicherheit über die Haushaltsprobleme in den USA den japanischen Markt. Der Nikkei verliert mehr als zwei Prozent.
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TokioIn Asien haben die Aktienmärkte vielerorts leichte Aufschläge verbucht, weil Anleger auf eine schnelle Lösung im US-Haushaltsstreit hofften. Im „schlimmsten“ Fall verzögere sich durch das politische Gerangel in Washington der Ausstieg der US-Notenbank (Fed) aus der ultra-lockeren Geldpolitik, was den Aktienmärkten nur gut tun würde, sagten Händler am Mittwoch.

Deutliche Verluste verbuchte jedoch der Tokioter Leitindex Nikkei : Er schloss 2,2 Prozent schwächer bei 14.170 Punkten und erlitt damit den größten Tagesverlust seit sechs Wochen. Es war zudem der tiefste Schlusstand seit dreieinhalb Wochen. Marktteilnehmer führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück. Das am Dienstag von Regierungschef Shinzo Abe vorgestellte Konjunkturprogramm habe zudem keine positiven Überraschungen mehr enthalten, sagten Anleger.

Der breit gefasste MSCI-Index für Aktien in Asien außerhalb Japans legte dagegen um 0,4 Prozent zu. In Hongkong und Shanghai kletterten die Kurse jeweils um 0,9 und 0,6 Prozent. Mit Blick auf Tokio sagten Händler, die Anleger seien derzeit wenig risikofreudig. Das angekündigte Konjunkturpaket habe Anleger nicht zum Einsteigen veranlasst, sondern sei bereits eingepreist gewesen.

Im Fokus stünden nun vielmehr die USA. „Im Augenblick sorgen sich die Investoren mehr um die Anhebung der Schuldenobergrenze als um den Haushaltsnotstand“, sagte Naoki Fujiwara, Fondsmanager bei Shinkin Asset Management. Sollten die USA die Schuldenobergrenze bis Mitte Oktober nicht anheben, droht die Zahlungsunfähigkeit. Am Dienstag mussten wegen des ungelösten US-Haushaltsstreits zahlreiche Einrichtungen des Bundes schließen. Demokraten und Republikaner konnten sich nicht rechtzeitig zumindest auf einen Übergangsetat für die Regierung einigen.

Im Aufwind waren die Aktien des Softwareunternehmens SoftBank. Sie kletterten um rund vier Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als 13 Jahren. Das Unternehmen vertreibt das iPhone in Japan und hat seit der Vorstellung der neuen Modelle im vergangenen Monat davon profitiert.

Von der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden keine größeren Impulse erwartet. Volkswirte rechneten damit, dass die EZB an ihrem Niedrigzins für die Euro-Zone festhält.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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