Börse Tokio: Nintendo-Aktie sackt noch mehr ab

Börse Tokio
Nintendo-Aktie sackt noch mehr ab

Japans Anleger sind wieder in Kauflaune. Die wichtigen Indizes legen zu, der Nikkei gar um mehr als ein Prozent. Für die Elektronikkonzerne Panasonic und Nintendo ging es dagegen weiter nach unten.
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TokioAn die asiatischen Aktienmärkte ist die Zuversicht zurückgekehrt. In Japan gab ein schwächerer Yen am Dienstag der Börse Auftrieb. Für allgemeine Erleichterung sorgte zudem eine Beruhigung am chinesischen Geldmarkt nach einer Intervention der Zentralbank. Die Erwartung einer weiteren Drosselung der US-Geldpolitik verhalf dem Dollar zu Kursgewinnen.

An der Tokioter Börse ging der Leitindex Nikkei ein Prozent im Plus mit 15.796 Punkten aus dem Handel. Der gesunkene Kurs des Yen schob insbesondere die Aktien von Exporttiteln an. Toyota etwa legten 1,5 Prozent zu. Aus der Reihe fiel allerdings der Elektronikkonzern Panasonic, dessen Papier 2,1 Prozent verlor. Citigroup hatte die Aktie auf die Verkaufsliste gesetzt.

Auch an anderen Börsen in Fernost herrschte gute Stimmung. Der MSCI-Index der wichtigsten Aktien des Asien-Pazifik-Raums außerhalb Japans notierte 0,5 Prozent höher. In Shanghai ging es 0,7 Prozent nach oben. Im Blick der Anleger standen die gesunkenen Geldmarktsätze in China. Damit müssen dort kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest Geldinstitute weniger Zinsen für kurzfristige Kredite bezahlen.

Die Zentralbank hatte dem Finanzsystem umgerechnet 31 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. "Das ist eine große Spritze", sagte ein Händler in Shanghai. "So kommen wir in Ruhe durch das Neujahrsfest." Viele Banken decken sich vor dem Ende Januar anstehenden Fest mit Liquidität ein, da Kunden und Firmen Geld für Geschenke und Bonuszahlungen benötigen.

Der Spielkonsolenhersteller Nintendo stand erneut auf den Verkaufszetteln. Der Konzern aus Kyoto hatte Anleger mit einer Verlustwarnung überrascht, weil sich seine neue Konsole Wii U als Flop erweist. Die Aktie verlor am Dienstag weitere 2,4 Prozent.

Am Montag hatte die Aktie des Videospielkonzerns sechs Prozent im Minus geschlossen. Zeitweise verlor das Papier am Vortag sogar 18,5 Prozent. Damit steigt der Druck auf den Erfinder der Figur "Super Mario", die Geschäftspolitik zu ändern und Spiele auch für Konkurrenzkonsolen anzubieten. Bislang können Nintendo-Spiele nur auf eigenen Geräten benutzt werden. Immer mehr Anwender spielen aber auf Tablet-PCs oder Smartphones.

Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem Verlust von 25 Milliarden Yen (176 Millionen Euro) statt des angekündigten Gewinns von 55 Milliarden Yen. Die Erwartungen für den Geräte-Absatz kappte Nintendo am Freitag radikal: Statt neun Millionen Wii-U-Konsolen dürften in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr nur 2,8 Millionen verkauft werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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