Börse Tokio
Nintendo-Aktie stürzt ab

Der Videospielkonzern Nintendo rechnet mit einem Verlust. Die Aktie ist durch die Gewinnwarnung an der Börse in Tokio stark unter Druck geraten. Der Nikkei-Index sank dagegen nur rund ein halbes Prozent.
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TokioAn den Aktienmärkten bleiben die Anleger in der neuen Woche vorsichtig. Die Börsen in Fernost lagen am Montag größtenteils im Minus. Auch von etwas besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus China ließen sich die Investoren nicht aus der Deckung locken.

Das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik schwächte sich im Schlussquartal zwar auf 7,7 Prozent ab von 7,8 Prozent im vorangegangenen Vierteljahr. Volkswirte hatten im Schnitt aber einen stärkeren Rückgang auf 7,6 Prozent vorausgesagt. Die Handelsumsätze waren dürftig, da die Wall Street zum Wochenstart feiertagsbedingt geschlossen blieb.

In Tokio ging der Leitindex Nikkei 0,6 Prozent tiefer aus dem Handel mit knapp 15.642 Punkten. Händler rechneten aber nicht damit, dass die Kurse noch weiter fallen werden, weil die Unternehmen in Kürze ihre Quartalsbilanzen vorlegen. Viele Marktbeobachter setzen darauf, dass die wirtschaftliche Erholung in Japan und der schwache Yen die Gewinne der Unternehmen beflügeln. Auch an den meisten anderen Handelsplätzen in Fernost überwogen die Minuszeichen. Der MSCI-Index der wichtigsten Aktien des Asien-Pazifik-Raums außerhalb Japans notierte 0,3 Prozent schwächer.

Die Aktie des Videospielkonzerns Nintendo schloss sechs Prozent im Minus. Die Firma hatte die Anleger vor einem Verlust gewarnt, weil der Erfolg der neuen Spielkonsole Wii U ausbleibt. Zeitweise verlor das Papier sogar 18,5 Prozent.

Damit steigt der Druck auf den Erfinder der Figur "Super Mario", die Geschäftspolitik zu ändern und Spiele auch für Konkurrenzkonsolen anzubieten. Bislang können Nintendo-Spiele nur auf eigenen Geräten benutzt werden. Immer mehr Anwender spielen aber auf Tablet-PCs oder Smartphones.

Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem Verlust von 25 Milliarden Yen (176 Millionen Euro) statt des angekündigten Gewinns von 55 Milliarden Yen. Die Erwartungen für den Geräte-Absatz kappte Nintendo am Freitag radikal: Statt neun Millionen Wii-U-Konsolen dürften in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr nur 2,8 Millionen verkauft werden.

Schon nachdem in den ersten sechs Monaten nur 460 000 Geräte verkauft worden waren, zeichnete sich ab, dass das Ziel kaum zu halten sein wird. Gemessen daran muss das Weihnachtsgeschäft trotz der Konkurrenz neuer Konsolen von Sony und Microsoft noch relativ versöhnlich verlaufen sein. Dennoch halbierte Nintendo die Prognose für den Absatz von Wii-U-Spielen auf 19 Millionen Stück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Nintendo-Aktie stürzt ab"

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  • "Viele Marktbeobachter setzen darauf, dass die wirtschaftliche Erholung in Japan und der schwache Yen die Gewinne der Unternehmen beflügeln."

    Japan ist dieses Jahr immer noch ein sehr interessanter Markt. :-)


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