Börse Tokio: Ratingagentur warnt Japan vor Herabstufung

Börse Tokio
Ratingagentur warnt Japan vor Herabstufung

Die asiatischen Märkte starteten stark in die Woche. Vor allem eine Lockerung der Geldpolitik in China wirkte positiv. Nach Börsenschluss störte die Ratingagentur Standard & Poor's die Partylaune.
  • 2

TokioDie Hoffnung auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland sowie die Lockerung der chinesischen Geldpolitik haben den asiatischen Aktienmärkten am Montag Auftrieb verliehen. Die Tokioter Börse stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit August mit Aufschlägen von fast zwei Prozent, gab einen Teil der Gewinne bis Handelsschluss aber wieder ab.

Zu spät für den Börsenhandel kam die Nachricht, dass die Ratingagentur Standard & Poor's Japan vor einer Herabstufung der Bonitätsnote warnt. Dazu könne es kommen, wenn die Wirtschaft weniger wachse als erwartet oder die staatlichen Schulden weiter anstiegen, teilte S&P am Montag mit.

Höhere Steuern allein könnten die Strukturprobleme des Landes nicht lösen. Japan hat die größte Schuldenlast unter den Industrienationen. S&P bewertet die Schuldtitel Japans mit der Note „AA-“ und damit drei Stufen unter dem Spitzenrating „AAA“. Die Bewertung ist mit einem negativen Ausblick versehen. Damit signalisieren die Agenturen, dass eine Herabstufung geprüft wird.

Auch Fitch stuft Japan mit „AA-“ mit negativem Ausblick ein. Das „Aa3“-Rating von Moody's für Japan entspricht dem der anderen Agenturen. Doch bei Moody's ist der Ausblick stabil.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,08 Prozent fester bei 9485 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index rückte ebenfalls gut ein Prozent auf 819 Punkte vor. Zu den Gewinnern zählten die Stahlwerte. Nippon Steel verteuerten sich um mehr als fünf Prozent, nachdem eine Bank das Kursziel angehoben hatte.

Es wurde erwartet, dass die Euro-Finanzminister bei einem Treffen in Brüssel nach langen Debatten und mehrfachen Verzögerungen grünes Licht für ein zweites Rettungspaket für das hoch verschuldete Griechenland geben werden. Es geht um 130 Milliarden Euro, die das Land dringend benötigt, um im März Anleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro zu bedienen.

Auch die geldpolitische Lockerung der chinesischen Zentralbank wirkte sich positiv auf die Kurse aus. Chinesische Geschäftsbanken müssen künftig wieder weniger Reserven bei der Zentralbank vorhalten. Experten rechnen damit, dass das größere verfügbare Kreditvolumen die Wirtschaft ankurbelt. Die Notenbank der zweitgrößten Volkswirtschaft schraubte die Mindestreserve-Anforderung für Banken um 50 Basispunkte auf 20,5 Prozent zurück. Damit haben die Geldhäuser etwa bis zu umgerechnet knapp 50 Milliarden Euro mehr Geld zur Vergabe von Krediten zur Verfügung.

An den Aktienmärkten in Südkorea, Taipeh und Singapur legten die Kurse ebenfalls zu. Auch in Hongkong und Shanghai notierten die Märkte fester.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Ratingagentur warnt Japan vor Herabstufung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Ratingagentur XYZ warnt Land ABC vor Herabstufung":

    Gääääääähn

  • Man liest, dass Japan kaum Auslandsschulden hat. In dem Fall ist die Herabstufung dann eher eine unschöne Formalie für die Japaner aber kein Beinbruch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%