Börse Tokio: Rund 200 Verlierer im Nikkei-Index

Börse Tokio
Rund 200 Verlierer im Nikkei-Index

Fast alle Aktien im führenden Börsenindex in Tokio geben nach. Die Investoren nehmen am Aktienmarkt Gewinne mit, weil die Notenbank nur wie erwartet die Geldpolitik lockert.
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ToikioDer japanische Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut Verluste verzeichnet. Einige Anleger zeigten sich enttäuscht, dass die Notenbank des asiatischen Landes erst ab dem kommenden Jahr unbegrenzt Anleihen ankaufen will.

"Kann der Markt so etwas gutheißen? Natürlich nicht", kritisierte der Investmentstratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Regierung und Notenbank in Tokio hatten am Dienstag angekündigt, den stotternden Wachstumsmotor mit einer Rekord-Geldschwemme wieder auf Touren zu bringen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index sank im frühen Handel 0,8 Prozent auf 10.627 Punkte und lag nachmittags sogar mehr als ein Prozent tiefer. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,7 Prozent auf 895 Punkte nach.

Händler nahmen Gewinne mit. Das führte besonders bei Aktien von Exportunternehmen zu Verlusten. Unter den Verlieren waren die Autokonzerne Toyota Motor mit einem Minus von 1,2 Prozent und Nissan Motor mit einem Abschlag von zwei Prozent.

BMW steht unmittelbar vor einer Brennstoffzellen-Kooperation mit Toyota. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete, der Münchner Oberklassehersteller solle Lizenzen für entsprechende Technologien von Toyota erhalten. Eine Vereinbarung könne am Donnerstag bekanntgegeben werden. BMW wolle den Prototyp eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs bis 2015 bauen, das dann etwa 2020 auf den Markt kommen solle.

Die beiden Autohersteller hatten im Sommer eine Absichtserklärung für eine engere Zusammenarbeit unterzeichnet. Vier Felder haben die beiden im Blick: Gemeinsam wollen sie einen Öko-Sportwagen und weitere umweltfreundliche Fahrzeuge entwickeln, bei Brennstoffzellen und Elektroantrieben kooperieren sowie beim Leichtbau, der für das verbrauchs- und schadstoffarme Fahren der Zukunft wichtig ist, miteinander forschen.

Die japanische Währung zeigte sich stabil. Einige Händler zeigten sich enttäuscht, dass die Notenbank des asiatischen Landes erst ab dem kommenden Jahr unbegrenzt Anleihen ankaufen will. Viele Marktteilnehmer gingen jedoch lediglich von einem kurzzeitigen Innehalten aus und rechneten mit einer weiteren Abwärtsbewegung. Der Dollar wurde bei 88,70 Yen gehandelt. Damit liegt die US-Währung noch ein wenig schwächer als am Vortag und deutlicher unter der Marke von 90 Yen.

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton hat im Schlussquartal 2012 die Eisenerz-Produktion um drei Prozent auf 42,2 Millionen Tonnen gesteigert und lag damit etwas unter den Erwartungen von Analysten.

In dem bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Plus von fünf Prozent auf 183 Millionen Tonnen, wie BHP am Mittwoch mitteilte. In China, dem weltweit größten Abnehmer des vor allem für die Stahlproduktion verwendeten Rohstoffs, wird in diesem Jahr allerdings eine weitere Abschwächung der Nachfrage erwartet.

Die japanische Regierung schätzt die Konjunkturaussichten nach der weiteren Geldspritze der Notenbank erstmals seit acht Monaten wieder optimistischer ein. Der Anstieg der Exporte und die jüngsten Konjunkturspritzen dürften die Wirtschaft auf einen Erholungspfad zurückführen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. Auch der private Konsum gewinne an Stärke. "Die Wirtschaft ist schwach, aber in manchen Bereichen ist die Talsohle zu sehen." Noch im Dezember hatte sich die Regierung deutlich pessimistischer geäußert.

Auch die Risiken aus einer Abkühlung der weltweiten Wirtschaft seien geringer. So seien die USA nicht über die Haushaltsklippe gestürzt, auch der Handelsstreit mit China habe sich nicht verschärft. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe hatte kürzlich ein 116,3 Milliarden Dollar schweres Konjunkturpaket beschlossen.

Zudem öffnete die japanische Notenbank unter Druck der Regierung die Geldschleusen weiter und hob ihr Inflationsziel auf zwei Prozent an. Die Regierung erwarte nun, dass die Währungshüter entschiedene Schritte einleiteten, um dieses Inflationsziel zu erreichen. Japan wird seit Ende der 1990er Jahre von einer Deflation gelähmt.


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