Börse Tokio
Schnäppchenjäger sorgen für Kurserholung

Anleger decken sich mit Aktien ein, die zuletzt Federn gelassen haben. Doch die europäische Schuldenkrise hält die asiatischen Aktienmärkte weiter im Bann.
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TokioSchnäppchenjäger haben am Mittwoch für eine leichte Kurserholung an der Börse in Tokio gesorgt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zog um 0,5 Prozent an auf 8580 Punkte und lag nachmittags 0,72 Prozent im Plus. Der breiter gefasste Topix-Index tendierte kaum verändert mit 724 Zählern. Anleger deckten sich insbesondere mit Aktien ein, die zuletzt Federn gelassen hatten.

Doch die europäische Schuldenkrise hielt den Markt weiter im Bann. Beherrschend blieben Befürchtungen, dass die Bankenprobleme Spaniens andere Länder infizieren könnten und die Griechen bei der Wahl am Sonntag die Weichen für einen Austritt aus dem Euro stellen.

"Es gibt keinen substanziellen Grund für die Erholung der Stimmung", sagte Yuji Saito von Credit Agricole Bank in Tokio. "Unterstützung geben offensichtlich nur gewisse Hoffnungen, dass die Europäer mehr dafür tun, dass die Hilfen für Spanien auch funktionieren, weil sie damit Zeit für Griechenland kaufen wollen."

Außerdem setzten manche Investoren darauf, dass bei dem Gipfeltreffen der führenden 20 Industrie- und Schwellenländer (G20) kommende Woche die Länder Europas unter Zugzwang gesetzt werden. "Bei so viel Unsicherheit sind die Marktteilnehmer auch schnell mit Gewinnmitnahmen, sobald es eine gewisse Erholung gibt", warnte Saito.

Zu den Kursgewinnern zählten die Aktien des Modekonzerns Fast Retailing, die 1,8 Prozent zulegten. Nippon Paper Group stiegen 1,4 Prozent. Das Unternehmen will über eine Gemeinschaftsfirma in Thailand produzieren. Hitachi kletterten um 1,5 Prozent. Der Konzern plant einem Medienbericht zufolge die Übernahme der deutschen Dienstleistungsfirma Xervon Energy, die im vergangenen Jahr von ThyssenKrupp an die Entsorgungsfirma Remondis veräußert worden war.

Die US-Börsen haben trotz der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der europäischen Schuldenkrise am Dienstag deutlich zugelegt. Einige Anleger äußerten sich erneut erleichtert über den Hilfsantrag Spaniens für seine maroden Banken. Gleichzeitig jedoch zeigten sich die Börsianer vor der am Sonntag anstehenden Wahl in Griechenland nervös. "Wir befinden uns in einer volatilen Wartestellung", sagte Cort Gwon von HudsonView Capital Management. "Die Gefühlslage ändert sich derzeit sehr schnell. Jede neue Nachricht könnte einen Kurswechsel verursachen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 12.573 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.411 und 12.577 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1324 Punkten, ein Aufschlag von 1,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 1,2 Prozent und ging mit 2843 Punkten aus dem Handel. Der Dax in Frankfurt gewann 0,3 Prozent auf 6161 Zähler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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