Börse Tokio
Schwache Konjunkturdaten belasten Asiens Börsen

Nach einem guten Handelsstart schmolzen am Montag die Gewinne an Asiens Börsen wieder dahin. Grund dafür sind das enorme Handelsdefizit in China und das eingetrübte Verbrauchervertrauen in Japan.
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TokioSchwache Konjunkturdaten aus China und Japan haben den Börsen in Asien am Montag einen Dämpfer verpasst. China fuhr im Februar das größte Handelsdefizit seit über 20 Jahren ein. Im selben Monat sank in Japan das Verbrauchervertrauen. Für Zurückhaltung bei den Anlegern sorgten auch die anstehenden Sitzungen der Bank von Japan und der US-Notenbank (Fed).

Die verbesserten US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag machen nach Meinung von Analysten weitere Maßnahmen der Fed zur Ankurbelung der Konjunktur wenig wahrscheinlich. „Eine Korrektur der Märkte war fällig, nachdem die Kurse auf ein Niveau gestiegen sind, das nicht tragfähig war“, sagte Naohiro Niimura von Market Risk Advisory.

In Tokio durchbrach der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im frühen Handel zwischenzeitlich die Marke von 10.000 Punkten und stieg auf ein neues Sieben-Monats-Hoch. Zu Handelsschluss notierte er aber 0,4 Prozent im Minus bei 9.889 Zählern.

Der breiter gefasste Topix-Index lag ebenfalls 0,4 Prozent niedriger bei 845 Stellen. Auch die Börsen in Taiwan, Korea und Hongkong, Shanghai, Singapur und Australien registrierten Abschläge. Das Außenhandelsdefizit Chinas betrug im Februar 31,5 Milliarden Dollar, wie am Wochenende veröffentlichte Zoll-Daten zeigen. Die Importe zogen mit einem Sprung von 39,6 Prozent zum Vorjahresmonat überraschend deutlich an, während die Exporte mit einem Anstieg von 18,4 Prozent unter den Erwartungen von Volkswirten lagen.

Analysten verwiesen allerdings darauf, dass die Zahlen durch Kalendereffekte verzerrt seien. So fiel das einwöchige Neujahresfest in diesem Jahr in den Januar. Im Februar arbeiteten die Betriebe dann den Lieferstau ab. Auch ein Jahr nach dem Erdbeben und dem Tsunami sind sich die Japaner unsicher, ob die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt und sich der Arbeitsmarkt erholt. Das Verbrauchervertrauen in Japan fiel im Februar auf 39,5 Punkte im Februar von 40 Punkten im Januar. Werte unter 50 signalisieren eine pessimistische Einstellung der Konsumenten.

Unter den Einzelwerten ragten vor allem Stahlaktien heraus. Sie profitierten vom Kursrückgang des Yen und der Aussicht auf geringere Eisenerz-Preise. Kyoei Steel kletterten um 1,6 Prozent und Kobe Steel um 0,8 Prozent. Der Euro sank in Fernost auf rund 1,3095 Dollar nach Kursen von zuletzt mehr als 1,31 Dollar im späten New Yorker Geschäft vom Freitag. Die Gemeinschaftswährung könnte dauerhaft unter der Marke von 1,31 Dollar bleiben, sagte Mitul Kotecha von Credit Agricole in Hongkong. Es gebe Befürchtungen, das Griechenland ein neues Rettungspaket benötige und das Land die ursächlichen Probleme nicht in den Griff bekomme. Auch die Entwicklung in Portugal werde aufmerksam verfolgt, sagte Kotecha.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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