Börse Tokio
Skeptische Stimmung an der Tokioter Börse

Am japanischen Aktienmarkt hat sich wieder eine skeptische Stimmung breit gemacht. Der starke Yen und der negative Vorgaben der Wall Street belasten die Börse in Tokio.
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TokioAn den meisten Aktienmärkten in Fernost hat sich zum Ausklang der Woche wieder eine skeptische Stimmung breitgemacht. Sorgenvoll blickten die Anleger vor allem nach Europa und China. Die Furcht vor einem Übergreifen der Schuldenkrise schwelte nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch Standard & Poor's weiter. Die Krise schlug zur Enttäuschung der Anleger auch auf die US-Großbank JPMorgan durch. In China beobachteten die Investoren kritisch die Konjunkturentwicklung und die anhaltend hohe Inflation. In Tokio löste der Rauswurf des Olympus-Chefs einen regelrechten Ausverkauf des Kameraherstellers aus. Der Olympus-Kurs stürzte 17,6 Prozent in die Tiefe.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss am Freitag 0,9 Prozent im Minus bei 8747 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,3 Prozent auf 748 Punkte. Auch die Börsen in Hongkong , Shanghai und Taiwan notierten niedriger. Die Aktienmärkte in Singapur und Südkorea verbuchten dagegen Gewinne.

Olympus trennte sich nach 30-jähriger Zusammenarbeit von Michael Woodford, einem der wenigen ausländischen Konzernchefs in Japan. Woodford habe sich mit der restlichen Führung in Fragen der „Richtung des Managements und der Methode“ überworfen, was die Entscheidungsfindung blockiert habe, erklärte der Verwaltungsrat des Unternehmens, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Woodford hatte im Mai einen Jobabbau angekündigt, um den Gewinnrückgang des Konzerns aufzufangen.

In den Olympus-Abwärtssog geriet auch der Rivale Canon , dessen Kurs um 2,6 Prozent nachgab. Der Konzern muss wegen der Überschwemmungen in Thailand die Arbeit in seinen dortigen Fabriken ruhen lassen.

Die Stimmung auf dem Tokioter Parkett war insgesamt gedrückt, nachdem JPMorgan einen Gewinnrückgang im dritten Quartal verbucht und damit ein schlechtes Signal für die beginnende Bilanzsaison gegeben hatte. Die Händler reagierten zudem verhalten auf die Inflationsrate von 6,1 Prozent im September in China. Sie hoffen darauf, dass die Führung in Peking das sich verlangsamende Wirtschaftswachstum wieder befeuert - eine hohe Preissteigerung zwingt das Schwellenland aber zu einem vorsichtigen Vorgehen dabei.

Die Marktreaktion auf die Problemfelder Europa und China sei aber etwas übertrieben, resümierte Tetsu Emori, Fonds-Manager bei Astmax in Tokio.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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