Börse Tokio
Softbank-Deal beflügelt Japans Aktienmarkt

Das Nikkei-Schwergewicht Softbank sorgt mit der Übernahme von Sprint Nextel für gute Stimmung bei den Anlegern. Der Nikkei-Index legt mehr als ein Prozent zu.
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TokioDie asiatischen Aktienmärkte sind am Dienstag den positiven Vorgaben aus den USA gefolgt und haben zum Teil kräftige Aufschläge verbucht. Händler verwiesen auf ermutigende Geschäftszahlen der drittgrößten US-Bank Citigroup sowie robuste Zahlen zur Entwicklung des Einzelhandels in der weltgrößten Volkswirtschaft. Zudem sorgte die Annahme für Erleichterung, dass Griechenland die laufenden Gespräche zur Überbrückung einer Finanzierungslücke bald positiv abschließen könne. "Die Aktien werden auch von der Tatsache gestützt, dass Europa nun ein Sicherheitsnetz am Start hat, das verhindert, dass die Schuldenkrise außer Kontrolle gerät", sagte Masahide Tanaka von Mizuho Trust & Banking unter Verweis auf den gestarteten dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent fester bei 8701 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,3 Prozent zu auf 732 Zähler. Trotz der Aufschläge rechneten Anleger nicht mit größeren Bewegungen in den nächsten Tagen. Es sei eher unwahrscheinlich, dass die Investoren mit ganzer Kraft auf Einkaufstour gingen, bevor die Unternehmen ihre Gewinne und Prognosen veröffentlicht hätten, sagte Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities. Am Dienstag wollten nach US-Börsenschluss die Schwergewichte Intel und IBM Einblick ins abgelaufene Quartal geben. Die großen japanischen Konzerne folgen in den nächsten Tagen und Wochen. Auch außerhalb Japans lagen die wichtigen Indizes im Plus. So gewann der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans 0,6 Prozent.

Stützend am Tokioter Markt wirkte sich die Erholung der Aktien des Netzbetreibers Softbank aus: Die Japaner kaufen für bis zu 20 Milliarden Dollar bis zu 70 Prozent am amerikanischen Markt-Dritten Sprint. Nachdem seit Freitag über solch einen Deal spekuliert worden war, verloren die Titel seither in der Spitze 20 Prozent. Am Dienstag setzten sie dann zur Erholung an und gewannen 9,5 Prozent.

Auch die Aktien von Nissan Motor standen im Mittelpunkt. Renault und Nissan wollen im Zuge der Absatzkrise ihre Sparanstrengungen offenbar verdoppeln. Die Allianz des französischen und des japanischen Autobauers solle von 2016 an jährliche Einsparungen von vier Milliarden Euro bringen, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Die Nissan-Aktie legte rund ein Prozent zu.

Kurzfristig richteten sich die Blicke der Anleger auch auf Spanien. Dass das Land bereits beim anstehenden EU-Gipfel am Donnerstag einen Antrag auf umfassende EU-Hilfen stellt, wird aber nicht erwartet. Am Vormittag steht für Spanien mit der Emission neuer Anleihen ein weiterer Vertrauenstest an.

Masayoshi Son, Chairman und CEO von Softbank, erläuterte: „Diese Transaktion bietet eine hervorragende Gelegenheit für Softbank, ihre Kompetenzen im Bereich von Smartphones und auf dem Gebiet der Hochgeschwindigkeitsnetzwerke der nächsten Generation, einschließlich LTE, zum Tragen zu bringen, um der mobilen Internet-Revolution in einem der weltweit größten Märkte zum Durchbruch zu verhelfen. Wie wir bereits in Japan unter Beweis stellen konnten, haben wir eine V-förmige Erholung der Gewinne in dem übernommenen Mobilfunkgeschäft und dramatische Wachstumszahlen erreicht, indem wir differenzierte Produkte in einem von wenigen Anbietern dominierten Markt eingeführt haben. Unsere Erfolgsbilanz im Innovationsbereich in Kombination mit der starken Marke von Sprint und der lokalen Marktführerschaft bietet einen Erfolg versprechenden Start bei der Entwicklung eines wettbewerbsintensiveren amerikanischen Mobilfunkmarktes."

Ein Aus der geplanten Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel durch den japanischen Konkurrenten Softbank wäre für beide Unternehmen mit Millionen-Kosten verbunden. Sollte eine Seite aus dem rund 20 Milliarden Dollar schweren Geschäft aussteigen, könne sich die Entschädigungszahlung auf bis zu 600 Millionen Dollar belaufen, teilte Sprint am Montag mit. Für Sprint könnte dies beispielsweise eine Option werden, wenn der Konzern eine höhere Offerte erhält. Bei der Softbank könnten Finanzierungsschwierigkeiten ein Grund für eine Absage der Übernahme sein. Sprint müsste zudem bis zu 75 Millionen Dollar auf den Tisch legen, sollten die Aktionäre nicht zustimmen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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