Börse Tokio
Sony reißt den Nikkei in die Tiefe

Der drohende Rekordverlust beim Elektronikkonzern Sony hat die japanischen Anleger verschreckt. Aus Furcht vor weiteren Enttäuschungen bei den anstehenden Unternehmensberichten stoßen sie ihre Aktien ab. Vor allem die Aktien von exportorientierten Firmen leiden unter der Verkaufswelle, da der japanische Yen ungebremst weiter steigt.

HB TOKIO. Die Ankündigung massiver Verluste beim Elektronikkonzern Sony hat die Aktienkurse an der Börse Tokio deutlich zurückgeworfen. Der Nikkei-Index verlor 3,8 Prozent auf 7 745 Punkte, weil Anleger für die Jahresergebnisse der japanischen Konzerne immer pessimistischer werden. Neben Sony lieferte auch der Stahlkonzern Nippon Steel Anlass zur Sorge. Das Unternehmen kündigte an, dass es seine Produktion mehr als doppelt so stark kürzen wird wie ursprünglich geplant.

Obendrein lasteten schwache Vorgaben von der Wall Street auf den Kursen in Tokio. Die US-Indizes hatten sich zwar im späten Handel klar von ihren Tagestiefs gelöst. Dennoch stand mit der Schlussglocke für den Dow Jones, den S&P 500 und den Nasdaq 100 jeweils ein Minus von mehr als einem Prozent. Insbesondere die Titel der taumelnden Bankriesen Bank of America und Citigroup gerieten einmal mehr mächtig unter Druck. Aber auch die Aktie von Microsoft gab nach schwachen Zahlen des Software-Konzerns mehr als zehn Prozent nach.

In Tokio verlor die Sony-Aktie fast sieben Prozent. Der Konzern hatte am Donnerstag für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust von 1,3 Mrd. Euro angekündigt. Das wäre das größte Minus in der Firmengeschichte. Als Reaktion kündigte Sony ein massives Sparprogramm an, das jährliche Einsparungen von gut zwei Mrd. Euro bringen soll.

Für die Berichtsaison der japanischen Unternehmen, die nächste Woche ihren Höhepunkt erlebt, sehen Experten nun schwarz: „Die Sorgen um die Firmenergebnisse sind nach Sony groß“, sagte Katsuhiko Kodama, Aktienstratege bei Toyo Securities. „Eine zentrale Sorge ist auch der Währungsmarkt – je stärker der Yen wird, desto schlechter werden die Unternehmenszahlen ausfallen“, fügte er hinzu.

Am Freitag legte der Yen erneut zu. Mit Kursen um 88,50 Dollar je Yen kam er im Vergleich zur US-Währung bis nahe an sein 13-Jahreshoch heran. Zum Euro verbesserte sich der Yen auf weniger als 115 Yen je Euro.

Auch andere Exportwerte gaben in Tokio nach. Aktien von Pioneer rutschten um acht Prozent ab, die Titel des Kameraherstellers Nikon verloren mehr als sieben, die des Konkurrenten Canon fast sechs Prozent. Auch Technologiewerte zeigten sich extrem schwach: Die Papiere des Chipkonzerns Tokyo Electron führten mit einem Minus von mehr als neun Prozent die Verliererliste im Nikkei-Index an.

Im Sog der Produktionskürzungen bei Nippon Steel sackten andere Stahlwerte ebenfalls ab. Die Aktien von JFE Holdings gaben fast acht Prozent, die von Japan Steel Works fast sieben Prozent nach. Nippon Steel selbst verlor an der Börse knapp fünf Prozent an Wert.

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