Börse Tokio: Sorge um Banken – Nikkei fällt kräftig zurück

Börse Tokio
Sorge um Banken – Nikkei fällt kräftig zurück

Die Hiobsbotschaften aus dem europäischen Bankensektor haben auch an den asiatischen Börsen auf die Stimmung gedrückt. Wo zu Wochenbeginn noch Hoffnung auf positive Effekte durch den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten keimten, dominiert nun bereits wieder die Skepsis. In Japan rutschte der Nikkei zeitweise unter 8 000 Punkte.

HB TOKIO. Die Aussicht auf weitere Belastungen für den angeschlagenen Finanzsektor hat am japanischen Aktienmarkt am Dienstag kräftige Kursverluste ausgelöst. Der Nikkei-Index sank um 2,3 Prozent auf 8 065 Punkte. Zwischenzeitlich war er wieder unter 8 000 Punkte gefallen.

Aktien aus dem Bankensektor wie Mitsubishi UFJ, Mizuho Financial oder Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) zählten mit Abgaben von vier bis sechs Prozent zu den größten Verlierern unter den Schwergewichten an der Börse Tokio. Sie folgten damit dem europäischen Trend, wo Bankwerte am Montag erneut eingebrochen waren. Am härtesten hatte es in London die Royal Bank of Scotland erwischt, deren Aktie um 65 Prozent kollabierte, nachdem das Institut für 2008 einen historischen Rekordverlust von bis zu 28 Mrd. Pfund angekündigt hatte.

Die leisen Hoffnungen auf positive Effekte durch den Amtsantritt Barack Obamas als US-Präsident, die den Nikkei noch zu Wochenbeginn gestützt hatten, machten die neuen Hiobsbotschaften zunichte. Und für die nächste Zeit erwarten Experten wenig Besserung: "In den nächsten zwei bis drei Monaten werden immer wieder Hoffnungen auf wirtschaftliche Schritte von Obama auftauchen. Aber immer, wenn die Aktienmärkte auf dieser Basis etwas Boden gewinnen, werden sie schnell wieder in die düstere Realität zurückgeholt", sagt Yoshinori Nagano, Chefstratege bei Daiwa Asset Management.

Hinzu kommt die anhaltende Stärke des japanischen Yens. Am Dienstag gewann die japanische Währung vor allem im Vergleich zum Euro mehr als einen Cent auf Kurse um 117 Yen je Euro. Darunter litten einmal mehr die exportorientierten Unternehmen Nippons: Die Titel von Sony büßten fast drei Prozent ein, Aktien des Halbleiter-Dienstleisters Advantest gaben mehr als sechs Prozent nach.

Die Aktien von Furukawa Electric, Japans führendem Aluminiumproduzenten, verloren gut sieben Prozent an Wert, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, das Unternehmen stehe kurz vor der Zusammenlegung seines Aluminiumgeschäfts mit Showa Denko. Die Papiere des Konkurrenten legten hingegen um mehr als drei Prozent zu.

Auch an den anderen asiatischen Börsen dominierten die Verluste. In Hongkong gab der Hang-Seng-Index in der ersten Handelshälfte mehr als drei Prozent nach. In Australien belief sich das Minus ebenfalls auf gut drei Prozent, in Südkorea, Taiwan, Singapur und Indien verloren die Leitindizes jeweils rund 2,5 Prozent. Vergleichsweise gut hielt sich der CSI-Index für die führenden Aktien an den chinesischen Festlandbörsen in Schanghai und Shenzhen mit einem Minus von rund einem Prozent.

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